Vega will Sängerin werden
Schönste Frau der Welt kommt aus DomRep

Die Dominikanische Republik, bekannt vor allem für Karibikstrände und Merengue-Rhythmen, ist um eine Attraktion reicher. Die erst 18 Jahre alte Oberschülerin Amelia Vega aus Santo Domingo trägt seit Dienstagabend die Krone der "Miss Universum".

HB/dpa PANAMA-STADT/MEXIKO-STADT. Auch nach Ende ihrer einjährigen Amtszeit als Schönheitskönigin wird man von der 1,85 Meter großen dunkelhaarigen Dominikanerin vielleicht noch hören, denn als Berufswunsch hat Vega Sängerin angegeben. Das liegt wohl in der Familie: einer ihrer Onkel ist der Merengue-Star und Grammy-Gewinner Juan Luis Guerra.

Vom Onkel war allerdings nicht die Rede bei den Fragen, die die Finalistinnen beantworten mussten. Stattdessen erzählte Amelia gleich zwei Mal von ihrer Großmutter, zu der sie offenkundig ein besonders inniges Verhältnis hat. Das brachte Sympathiepunkte, und die waren wichtig, da die Jury neben Körpermaßen und grazilem Gang auch den persönlichen Ausdruck bewertet. Die mit Diamanten bestückte Krone auf dem Haupt und rote Rosen im Arm schritt die junge Königin im weißen langen Kleid über den Laufsteg.

Schon seit Wochen war Panama im Miss-Wahl-Fieber. Vor der Entscheidung am Dienstag hatten sich die Schönsten aus mehr als 70 Ländern schon mehrfach präsentieren müssen. Eine Vorentscheidung, die Ermittlungen der 15 Semifinalistinnen, war schon am Donnerstag gefallen, aber noch geheim gehalten worden. Zu Beginn des Galaabends am Dienstag durften noch einmal alle Teilnehmerinnen in landestypischen Kostümen vor dem zahlenden Publikum daherschreiten. Die Auserwählten präsentierten sich im Abendkleid und im feuerroten Bikini, wobei ihre Zahl von Runde zu Runde unerbittlich zunächst auf zehn und dann auf fünf schrumpfte.

In früheren Jahren, zuletzt 2000 auf Zypern, hatte es bei solchen Wettbewerben Proteste von Feministinnen gegeben, die die Miss-Wahl als Fleischbeschau anprangerten. In Lateinamerika ist das bisher noch undenkbar. Ganz vorne im Publikum saß Panamas Präsidentin Mireya Moscosa, das zurzeit einzige weibliche Staatsoberhaupt auf dem Kontinent. Sie freute sich über die Werbung für ihr kleines Land. Zwischendurch priesen Filmspots die Reize Panamas an - seinen berühmten Kanal, die Regenwälder, das kolonialspanische Erbe. Der Tourismus boomt. Seit der letzten "Miss Universum"-Wahl in Panama im Jahr 1986, als dort der Diktator Antonio Noriega regierte, hat sich das Land kolossal verändert.

Wie in früheren Jahren wurde Lateinamerika seiner Favoritenrolle bei internationalen Schönheitskonkurrenzen wieder gerecht. Hinter Amelia Vega, die auch an Körpergröße alle Rivalinnen überragte, landete Mariangel Ruiz Torrealba aus Venezuela auf Platz zwei. Doch beinahe wäre ihr Land leer ausgegangen, da die Teilnahme der 23- jährigen Studentin wegen der wirtschaftlichen Probleme Venezuelas auf der Kippe stand.

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