Venezuela weltweit viertgrößter Ölexporteur
Ölpreis fällt nach Chavez-Rücktritt

Der Rücktritt des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez hat am Freitag zu einem Rückgang der Ölpreise geführt. Mit dem Machtwechsel sind nach Einschätzung von Händlern die zuletzt wegen Streiks unterbrochenen Öllieferungen des viertgrößten Öl-Exporteurs der Welt wieder gesichert. Die andauernden Spannungen im Nahen Osten bremsten allerdings den Preisrückgang.

Reuters LONDON. Der Preis für einen Barrel (159 Liter) Rohöl der marktführenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai sank in London um 47 Cent auf 24,57 Dollar von 25,04 Dollar am Vorabend.

In dem lateinamerikanischen Land hatte die Bevölkerung in den vergangenen Wochen zunehmend die Politik ihres Präsidenten bestreikt. So waren die Beschäftigten der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft PDVSA in Streik getreten, nachdem Chavez ihrer Ansicht nach Vorstände wegen politischer Loyalität und nicht auf Grund ihrer beruflichen Qualifikation in die PDVSA-Chefetage berufen hatte. Die Beschäftigten kehrten am Freitag an ihre Arbeitsplätze zurück. Ab Montag soll der Ölexport wieder normal laufen.

"Die Nachricht, dass die Ölarbeiter wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren hat zu einer Entspannung geführt", erklärte ein Händler. Da die Preise nun aber schon zurückgegangen seien und im Nahen Osten die Spannungen noch weiter andauerten, hätten die Preise nicht allzu viel Spielraum nach unten. In Jerusalem sprengte sich am Freitagnachmittag ein palästinensischer Selbstmordattentäter in der Nähe des größten Marktplatzes in die Luft. Mindestens vier Menschen starben, Dutzende wurden verletzt.

Nachdem Irak aus Protest gegen das Vorgehen Israels in den Palästinenser-Gebieten seine Ölexporte von knapp zwei Millionen Barrel pro Tag ausgesetzt hatte, war der Ölpreis zeitweise kräftig gestiegen. Die irakische Regierung hatte angekündigt, die Entscheidung nach 30 Tagen überprüfen zu wollen, sollte Israel nicht schon vorher seine Truppen zurück ziehen. Schon im Vorfeld der Entscheidung hatte der Ölpreis ein Sechsmonatshoch von 28 Dollar erreicht.

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