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Venezuelas Präsident Chávez gewinnt Referendum

Venezuelas linksnationalistischer Staatschef Hugo Chávez hat das Referendum über seine Amtsenthebung für sich entschieden. Wie die Wahlbehörde CNE mitteilte, stimmte eine Mehrheit von 58,25 % gegen die Absetzung des umstrittenen 50 Jahre alten Präsidenten.

dpa CARACAS. Venezuelas linksnationalistischer Staatschef Hugo Chávez hat das Referendum über seine Amtsenthebung für sich entschieden. Wie die Wahlbehörde CNE mitteilte, stimmte eine Mehrheit von 58,25 % gegen die Absetzung des umstrittenen 50 Jahre alten Präsidenten.

Chávez feierte den Sieg als "sauber, transparent und unbestreitbar". Vor Hunderten von jubelnden Sympathisanten, die rote und venezolanische Fahnen schwenkten, rief Chávez das venezolanische Volk zur Einheit auf.

Einige Sprecher der Oppositionsbewegung stellten das Wahlergebnis jedoch in Frage. "Das war ein Riesenbetrug", sagte der wichtige Oppositionsvertreter Henry Ramos Allup. Knapp 60 % hätten für die Absetzung gestimmt. Zwei Vertreter der Opposition in der fünfköpfigen CNE-Leitung erklärten am Morgen, das Ergebnis könne noch nicht als offiziell betrachtet werden. Noch seien Dokumente, die die Auszählung der so genannten eletronischen Urnen bestätigen müssen, nicht überprüft worden. Unter anderem müssten ein Prozent aller abgegebenen Stimmen auch an Hand der Papierbelege ausgezählt werden.

Die internationalen Ölmärkte reagierten mit leichter Entspannung auf den Sieg von Chávez. An den wichtigsten Handelsplätzen entfernten sich die Notierungen etwas von den Rekordmarken, die zum Handelsschluss in der vorigen Woche erreicht worden waren. Dennoch blieb das Preisniveau hoch. Das Opec-Mitglied Venezuela ist der fünftgrößte Ölproduzent der Welt und drittgrößter Lieferant der USA.

Chávez forderte die Regierung der von ihm häufig als "Hauptfeind" und "Teufel" bezeichneten USA auf, das Ergebnis der Abstimmung zu akzeptieren. Nun beginne eine neue Etappe seiner "Revolution". Die von Unternehmern, Gewerkschaften, Traditionsparteien, der Kirche und den Medien gebildete Opposition wirft Chávez einen autoritären Regierungsstil und eine "miserable Wirtschaftspolitik" vor.

Wegen der massiven Beteiligung der Bevölkerung war die Schließung der Wahllokale am Sonntag um acht Stunden auf weit nach Mitternacht verschoben worden. Nach Angaben der Wahlbehörde war am Morgen die Stimmenauszählung in 94,49 % aller Wahllokale abgeschlossen. Es seien gut 8,5 Mill. Stimmen gezählt worden, sagte CNE-Präsident Francisco Carrasquero. Ex-US-Präsident Jimmy Carter, der in Caracas als Beobachter agierte, sagte: "Das ist die größte Wahlbeteiligung, die ich jemals gesehen habe." Es habe keine Unregelmäßigkeiten gegeben. Die EU sprach von einem "großen Sieg für die Demokratie, wie es bisher aussieht".

In Venezuela waren 14 Mill. Bürger zur Stimmabgabe aufgerufen. Der Urnengang verlief weitgehend friedlich. Nach Angaben der Behörden kam es zu zwei Zwischenfällen vor Wahllokalen in Caracas. Ein Wahlhelfer wurde unter ungeklärten Umständen von einem Soldaten erschossen. Unbekannte feuerten von einem Motorrad aus auf eine Wählerschlange; dabei starb ein Mann, zwölf Menschen wurden verletzt.

Der 50 Jahre alte frühere Oberstleutnant und Ex-Putschist Chávez regiert Venezuela seit Anfang 1999. Er wurde im Jahr 2000 nach einer Verfassungsreform für die neue Amtszeit von sechs Jahren bis zum 10. Januar 2007 im Amt bestätigt. Die Krise erreichte im April 2002 mit der gewaltsamen Absetzung von Chávez und der Rückkehr des Präsidenten an die Macht nach nur 48 Stunden ihren Höhepunkt.

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