Ventil nicht geschlossen
Millionenschäden nach Kraftwerksexplosion

Bei einer Explosion in einem Gas-Kraftwerk kam es am zu Schäden in Millionenhöhe. Menschen wurden dabei nicht verletzt. Ob die Explosion durch einen technischen Defekt oder durch menschliches Versagen verursacht wurde, muss nach Angaben eines Polizeisprechers noch geklärt werde.

dpa DUISBURG. Eine verheerende Explosion in einem Gas- Kraftwerk der ThyssenKrupp Stahl AG hat in Duisburg Millionenschäden angerichtet und die Anwohner in Panik versetzt. Ursache war nach ersten Ermittlungsergebnissen ein nicht geschlossenes Ventil im Gasleitungssystem. Ob Arbeiter vergaßen, das Ventil zu schließen oder ob es sich um einen technischen Defekt handelt, sei noch zu klären, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Als Folge des Fehlers verwüsteten drei Explosionen Sekunden vor dem Anfahren eines Koksgasbrenners am Montagabend den neuesten der vier Blöcke des 390 Megawatt-Kraftwerks. Der Betrieb zweier Blöcke ging unterdessen weiter, um die Stahlproduktion von ThyssenKrupp aufrecht zu halten. Menschen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Bei einigen Anwohnern kam es jedoch zu Reizungen der Atmungsorgane.

Die Druckwelle der Hauptexplosion riss das Mauerwerk des Kesselhauses teilweise auseinander. Sie ließ Türen und Fenster in der gegenüberliegenden Wohn- und Geschäftsstraße bersten. Glassplitter flogen bis in die Wohnzimmer. Zeugen berichteten später, sie seien um ihr Leben gerannt. Mütter flüchteten mit Kindern in den Keller, ein Mann suchte Schutz unter dem Bett. Noch im Schifffahrtsmuseum von Duisburg zitterten die Wände. Nach den Explosionen brach in dem 70 Meter hohen Kesselhaus das Feuer aus, das im Dunkeln weithin sichtbar war. Der Steinregen nach der Explosion zertrümmerte parkende Autos auf der benachbarten Straße.

Zuletzt hatte es in dem Kraftwerk vor 20 Jahren eine Störung gegeben. Die sei aber mit der jetzigen Explosion nicht vergleichbar, sagte ein Werkssprecher. Am Dienstagmorgen begannen die Aufräumarbeiten. Die Glaser hatten in den umliegenden Straßen Hochbetrieb. Teile des Kraftwerks mussten dagegen wegen Einsturzgefahr gesperrt werden. Die zwei intakten Blöcke des Kraftwerks, in dem Koks- und Hochofengas in Strom umgewandelt werden, wurden am Dienstag ausschließlich mit Hochofengas betrieben.

Es handele sich um einen "voll abgesicherten Betrieb", so dass sich die Anwohner "keinerlei weitere Sorgen" zu machen brauchten, hieß es bei ThyssenKrupp. Der im Kraftwerk Ruhrort gewonnene Strom wird wiederum bei der Stahlproduktion verwendet. Für die geschädigten Anwohner der Kraftwerksexplosion in Duisburg hat ThyssenKrupp Stahl eine Hotline eingerichtet. "Das Unternehmen strebt eine unbürokratische Regelung an", hieß es.

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