Venture Capital-Geber hoffen auf Wende - Branche übt auch Selbstkritik
Wagniskapital fließt vermehrt ins Ausland ab

Die Flaute am Markt für Venture Capital (VC) hält an, jedoch keimt auch Hoffnung, dass die Talsohle durchschritten ist. Laut aktuellem VC-Panel wurde erstmals seit Ende 2000 wieder mehr Kapital in junge Technologiefirmen investiert, im zweiten Quartal erreichte das gesamte Beteiligungsvolumen 250,4 Mill. Euro, die sich auf 92 Beteiligungen verteilten. Dabei schrumpfte die Anzahl der Beteiligungen zwar nochmals um 15 % , das Volumen nahm aber um zwölf Prozent zu.

pk FRANKFURT/M. Im vierteljährlichen VC-Panel befragt die Münchner Unternehmensberatung Mackewicz & Partner im Auftrag der VDI-Nachrichten und des Handelsblatts insgesamt 42 VC-Gesellschaften in Deutschland nach ihrer Einschätzung der Branche. Für neue Unternehmen bleibt die Mittelbeschaffung demnach schwierig, denn der Anteil der Erstinvestments lag bei nur 22 %, die Folgeinvestments blieben mit 78 % unverändert hoch, nahmen aber auch nicht mehr signifikant zu. "Es sieht danach aus, dass hier die nun die Obergrenze erreicht ist", sagte Mackewicz-Partner Uwe Fleischhauer.

Attraktivste Branche blieb die Biotechnologie, in die 100 Mill. Euro bzw. 40 % flossen, gefolgt von Software-Firmen. "Jetzt ist eine sehr gute Zeit für Investitionen, weil die Bewertungen wieder angemessen sind", meint Kurt Müller von der VC-Gesellschaft Target Partners. Bedenklich ist allerdings laut VC-Panel, dass im zweiten Quartal 55,8 % des Gesamtkapitals im Ausland investiert wurden nach 35,5 % im ersten Quartal. Bezüglich der Ausstiegsmöglichkeiten aus den Beteiligungen (Exits) dominierten weiter die Abschreibungen mit 37 %, im ersten Vierteljahr waren es noch 50 % gewesen. Rund ein Drittel der Exits waren Verkäufe an industrielle oder strategische Investoren (trade sales), jedoch wurden hier auch Notverkäufe unter den Einstandspreisen getätigt, berichtet Fleischhauer.

Bei der Suche nach den Gründen für die Konsolidierung wurden neben der schlechten Konjunktur und der Börsen-Baisse auch hausgemachte Probleme eingeräumt. 68 % der Teilnehmer an der Umfrage meinten, in der Vergangenheit habe die VC-Branche zu stark auf schnelle Exits gesetzt und die Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle vernachlässigt. Zu wenig "Hands-on-Management" bei den jungen Firmen sahen 54 % als Problem, weitere Ursachen für den Abschwung seien die Steuerdiskussion und das restriktive Verhalten bei der Vergabe aus staatlichen Förderprogrammen.

Für Börsengänge haben die Wagnisfinanzierer das laufende Jahr abgeschrieben. 73 % sehen erst ab 2003 wieder Chancen auf IPO's.

Quelle: Handelsblatt

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