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ver.di will erst mit Konzernspitze von Karstadt-Quelle sprechen

Die Gewerkschaft ver.di will erst nach Gesprächen mit der Konzernspitze des krisengeschüttelten Kaufhauskonzerns Karstadt-Quelle AG über Kampfmaßnahmen entscheiden. "Wir müssen erst einmal das Ergebnis abwarten", sagte ver.di-Handelsexperte Rüdiger Wolff der dpa am Mittwoch nach bundesweiten Betriebsversammlungen. Am kommenden Montag (4. Oktober) soll auf einer Tarifkonferenz mit dem Gesamtbetriebsrat und Mitgliedern der Tarifkommission in Kassel über das weitere Vorgehen beraten werden.

dpa-afx BERLIN. Die Gewerkschaft ver.di will erst nach Gesprächen mit der Konzernspitze des krisengeschüttelten Kaufhauskonzerns Karstadt-Quelle AG über Kampfmaßnahmen entscheiden. "Wir müssen erst einmal das Ergebnis abwarten", sagte ver.di-Handelsexperte Rüdiger Wolff der dpa am Mittwoch nach bundesweiten Betriebsversammlungen. Am kommenden Montag (4. Oktober) soll auf einer Tarifkonferenz mit dem Gesamtbetriebsrat und Mitgliedern der Tarifkommission in Kassel über das weitere Vorgehen beraten werden.

Nach Aussage von Wolff, der auch im Aufsichtsrat der Karstadt Warenhaus AG sitzt, herrscht bei den Beschäftigten große Angst und Sorge. "Die Leute sind sauer auf den Konzernvorstand." Dieser habe ja selber eingestanden, zu spät gehandelt zu haben. In den vergangenen Jahren seien bereits jährlich 2000 bis 3 000 Mitarbeiter des Kaufhauskonzerns vom Personal betroffen gewesen.

Mitarbeiter- und Betriebsversammlungen

Auf Mitarbeiter- und Betriebsversammlungen wurden die Beschäftigten von Karstadt-Quelle am Mittwoch über die Sanierungspläne des angeschlagenen Handelsriesen informiert. Der Konzern will bundesweit sein Netz von 181 Warenhäusern halbieren und vor allem kleinere, unrentable Häuser abstoßen oder ausgliedern. ver.di geht davon aus, dass etwa jeder Dritte der 100 000 Beschäftigten um seine Zukunft bangen muss.

Ver.di will für die von der Schließung bedrohten Karstadt-Quelle - Filialen ein Standortsicherungskonzept vorlegen. Wolff geht davon aus, "dass wir mit eigenständigen Tarifforderungen unter dem Stichwort "Wir wollen eine Beschäftigungs-/Standortsicherung" und vor allen Dingen auch einen Erhalt der bestehenden Tarifverträge (...) an den Karstadtvorstand herangehen."

Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Margret Mönig-Raane kritisierte den von Karstadt-Quelle vorgelegten Sanierungsplan. Es würden Fakten geschaffen, "von Entlassungen, von Ausgliederungen, von Arbeitsplatzverlusten und-bedrohungen, bevor überhaupt der Versuch gemacht worden ist, ein gemeinsames Sanierungskonzept auf die Beine zu stellen", sagte Mönig-Raane im ZDF.

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