Ver.di will keine betriebsbedingten Kündigungen
Ringen um Stellen bei der Bankgesellschaft

Bei der Bankgesellschaft Berlin drängt die Zeit. Nach der Verabschiedung des Sanierungskonzepts Ende November, das unter anderem den Abbau jedes vierten der knapp 16 000 Arbeitsplätze vorsieht, müssen sich Vorstand und Arbeitnehmervertreter innerhalb weniger Wochen zumindest grob über die Personaleinschnitte einig werden.

dpa BERLIN. Am Freitag trafen sie zu ihrer ersten Sitzung zusammen.

Am 17. Dezember kommt das Gremium wieder zusammen. Bis dahin will Berlins Finanzsenatorin Christiane Krajewski (SPD) eine einigermaßen verbindliche Grundsatzerklärung, dass die Arbeitnehmervertreter die geplanten Einsparungen mittragen - ihr Preis für die Übernahme der Immobilienrisiken durch das Land. Diese sollen übertragen werden, damit die Bankgesellschaft nicht unter die von der Bankenaufsicht geforderte Kapitalquote rutscht. Berlin ist mit 81 % Mehrheitseigner. Die Zeit drängt auch, weil der EU-Kommission in Brüssel bis Ende Januar ein überzeugendes Sanierungskonzept vorliegen muss, damit sie Berlins milliardenschwere Kapitalspritze genehmigt.

"Es muss uns gelingen, den Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen zu schaffen. Wir muten der Belegschaft schließlich erhebliche Einbußen zu", sagte der Vertreter der Gewerkschaft ver.di im Aufsichtsrat, Hartmut Friedrich. Es sei jedoch eine schwere Aufgabe für die elf beteiligten Betriebs- und Personalräte, sich in so kurzer Zeit über Einschnitte bei den sehr unterschiedlichen Teilinstituten zu einigen.

Eine Sprecherin der Bankgesellschaft betonte: "Zur notwendigen Kostenreduktion sowohl auf der Sach- als auch auf der Personalebene gibt es keine Alternative." Es sei aber das Ziel, so viele Stellen wie möglich zu erhalten und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Dazu sind etwa Vorruhestands- oder Arbeitszeitregelungen, Gehaltseinbußen sowie erleichterte Versetzungen zwischen den Konzernteilen geplant.

Zur Sanierung gehört auch der Verkauf von Konzernteilen. Die Bankgesellschaft will sich künftig im Privatkundengeschäft auf zwei Marken in Berlin konzentrieren. Unter anderem bedeutet dies die Trennung von der profitablen Weberbank. Zu Spekulationen über den Verkauf einzelner Institute sagte die Unternehmenssprecherin, es sei beschlossen worden, alles auf den Prüfstand zu stellen. "Einzelbeschlüsse zur Veräußerung von Beteiligungen sind aber noch nicht gefallen."

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