Veränderungen im Dax erst im September erwartet
MLP kann auf Gnadenfrist hoffen

Für Groß- und Kleinanleger steht in der kommenden Woche eine wichtige Entscheidung der Deutschen Börse an. Sie überprüft die Zusammensetzung der Kursbarometer. Im Dax gilt MLP zwar als abstiegsgefährdet, trotzdem gibt es gute Chancen auf einen Verbleib. Im MDax muss Teleplan jedoch bangen.

scc FRANKFURT/M. Schon im Februar hatte der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse heiß über diese Frage diskutiert; am 15. Mai stellt sie sich erneut: Soll MLP aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) genommen werden oder eine weitere Gnadenfrist erhalten? Fakt ist, dass der Heidelberger Finanzdienstleister auf der dafür entscheidenden Rangliste für den Monat April erneut die Kriterien verfehlt, um den Klassenerhalt zu schaffen. Bei den Börsenumsätzen belegte er zwar einen guten 25. Platz. In puncto Marktkapitalisierung steht er jedoch nur auf Rang 51. Somit könnte die so genannte Fast-Exit-Regel greifen, die besagt, dass ein Unternehmen aus dem Dax genommen werden kann, wenn es in einem von beiden Kriterien unter Rang 45 rutscht.

Da MLP aber bei der letzten Indexentscheidung im Februar auf beinahe identischen Plätzen gelegen (Börsenumsatz 24/ Marktkapitalisierung 50) und eine Gnadenfrist erhalten hat, rechnen Experten nun damit, dass auch diesmal alles beim alten bleiben wird - zumal die MLP-Aktie zuletzt stark aufholte. Über 70 % betrug das Plus im April. Innerhalb eines Monats schaffte sie im Bereich Marktkapitalisierung den Sprung von Rang 59 auf 51.

Ein weiteres Argument pro MLP ist, dass sich - wie zuletzt bereits - kein potenzieller Aufstiegskandidat aufdrängt. Die Nachrücker-Liste ist sogar auf zwei Unternehmen geschrumpft, da Continental im Bereich Börsenumsatz auf Platz 36 rutschte und damit knapp unterhalb der Grenze von Platz 35 liegt. Nur noch Beiersdorf (Marktkapitalisierung 27/ Börsenumsatz 33) und T-Online (29/34) können sich Chancen ausrechnen. Gegen Beiersdorf spricht jedoch, dass der Hamburger Kosmetik-Hersteller nach wie vor als Übernahmekandidat gilt und aus diesem Grund bereits bei den letzten Indexentscheidungen trotz guter Voraussetzungen nicht aufgenommen wurde.

Konkret geht es um den 44 %-Anteil der Allianz, den diese gerne verkaufen würde. Der andere Großaktionär Tchibo bekundete zwar Interesse, nur über den Preis konnten sich beide bisher nicht einigen. Da das Allianz-Paket aber auch an einen ausländischen Investor gehen könnte, der eventuell Interesse hat, Beiersdorf mehrheitlich zu übernehmen, zögerte die Deutsche Börse bisher mit einer Aufnahme in den Dax. Gegen T-Online sprach bisher der nur geringe Anteil frei handelbarer Aktien ("free float") von unter 20 % sowie die Nähe zur Mutter Deutsche Telekom.

Mit einer Veränderung im Dax rechnen die Experten der Hypo-Vereinsbank erst zum nächsten Termin im September, für die dann die Rangliste für den Monat August maßgeblich ist. Grund dafür ist, dass es sich dann - anders als bei der jetzt nur eintretenden "Fast-Exit-Regel" - um den regulären jährlichen Überprüfungstermin handelt. Aus dem Dax könnten dann Unternehmen genommen werden, wenn sie in puncto Marktkapitalisierung oder Börsenumsatz Rang 35 nicht mehr halten. Im Gegenzug könnten Unternehmen aufgenommen werden, die in beiden Kriterien mindestens Rang 35 erfüllen. Insgesamt ergäbe sich ein größerer Spielraum.

Im MDax muss am 15. Mai lediglich Teleplan mit der Herausnahme rechnen. Das niederländische Unternehmen rutschte im Bereich Marktkapitalisierung auf Rang 78 und damit unter die Grenze von Rang 75. Als Nachrücker stünden Fielmann (Marktkapitalisierung 44/ Börsenumsatz 54), Gildemeister (58/55) und Indus (54/60) bereit. Im TecDax ist bei der Indexentscheidung in der kommenden Woche kein Unternehmen bedroht.

Quelle: Handelsblatt

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