Veränderungen im Sparkassensystem
WestLB baut 1500 Arbeitsplätze ab

Der neue Vorstandsvorsitzende der Westdeutschen Landesbank (WestLB), Jürgen Sengera, kündigte an seinem ersten Amtstag Sparmaßnahmen im Personal- und Sachkostenbereich an.

dpa-afx DÜSSELDORF. Demnach sollen bis zum Jahr 2004 konzernweit rund 1500 Stellen abgebaut werden, teilte er am Samstag nach einem vierstündigen Treffen mit dem Eigentümerkreis mit. Ende 2000 hatte der Düsseldorfer Bankkonzern weltweit 11 390 Mitarbeiter. Mit einer höheren Rentabilität will die WestLB ihre Marktpositionen unter den neuen Rahmenbedingungen im wachsenden Wettbewerb sichern.

Die WestLB ist eine der ersten Landesbanken, die den EU-konformen Umbau anpackt. Nach einem fast zweijährigen Streit mit Brüssel hatte Deutschland Mitte Juli fundamentalen Änderungen im Sparkassensystem zugesagt. Nach einer vierjährigen Übergangsfrist bis Jahresmitte 2005 entfällt die bisherige Haftungszusage der öffentlichen Bank-Eigner, die Gewährtragerhaftung. Bei den Landesbanken, die als Sparkassen- Zentralbanken tätig sind, werden dadurch schlechtere Konditionen für die Refinanzierung befürchtet. Angeblich sollen bis zu 20 000 Stellen im öffentlich-rechtlichen Banksektor in Deutschland gefährdet sein. Sparkassen-Vertreter wiesen solche Berichte aber als Unsinn zurück.

Höhere Rentabilität

"Wir wollen so schnell wie möglich die gesetzten Ziele erreichen", betonte Sengera. Die Eigenkapital-Rentabilität soll bis 2004 auf 18 % erhöht werden. Sengera löste erst am Freitag Friedel Neuber ab, der nach 20 Amtsjahren in den Ruhestand gegangen war. Der neue Bankchef muss den Bankumbau in einem schwierigen Marktumfeld meistern. Vor allem durch die Schwäche der Aktienmärkte war im ersten Halbjahr 2001 das Betriebsergebnis des Bankkonzerns gesunken. Eigentümer der WestLB sind das Land Nordrhein-Westfalen (43,2 %), die beiden regionalen Sparkassenorganisationen (je 16,7 %) und die regionalen Kommunalverbände (Landschaftsverbände, je 11,7 %).

Die WestLB soll künftig für ihre Geschäfte mit eigenem Vermögen haften, sagte Landes-Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Focus". Er wolle nach den EU-Vorgaben keinen Haftungsverbund zwischen Sparkassen und WestLB bei der Änderung des Sparkassengesetzes NRW festschreiben. Die WestLB soll dem Vernehmen zusätzliches Eigenkapital erhalten. Steinbrück signalisierte die Bereitschaft, dass die WestLB die Westdeutsche Landesbausparkasse an Sparkassen verkaufen könnte. Die vorgesehene Aufspaltung der WestLB in eine öffentlich-rechtliche Mutter und eine kommerzielle Tochter AG werde in einer Arbeitsgruppe weiter beraten.

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