Veräußerung der Beteiligung an West-LB
Babcock poliert durch Verkauf von Nordex-Paket Bilanz auf

Die Babcock Borsig AG, Oberhausen, wird ihre Bilanz zum 30. September 2001 durch zwei Unternehmensverkäufe deutlich aufbessern.

kv DÜSSELDORF. Zum einen veräußert das Unternehmen, das in den Kernbereichen Energietechnik und Schiffbau tätig ist, seine 29,8-prozentige Beteiligung an der Nordex AG, Hamburg, für rund 140 Millionen Euro an die Westdeutsche Landesbank (West-LB). Nordex stellt Windkraftanlagen her. Zum andern geht die Oberflächentechnik mit rund 45 Millionen Euro Umsatz für einen nicht genannten Preis an den Schweizer Sulzer-Konzern.

Damit setze Babcock den "Weg der Stärkung des Kerngeschäftes und der Verbesserung der Bilanzstruktur" fort, heißt es in einer Mitteilung. Die Auswirkungen auf den Babcock-Jahresabschluss sind eindeutig. Bereits bei der Veröffentlichung der Neun-Monats-Zahlen hatte der Konzern darauf hingewiesen, dass im Abschluss "einige Belastungen zu verkraften" seien würden. Dabei gehe es vor allem um Wertberichtigungen auf Darlehen an die inzwischen insolvente frühere Tochter Moenus AG und um Verluste aus dem Schiffbau. Dennoch solle ein Ergebnis auf Vorjahreshöhe erzielt werden, hieß es im August. "Die jetzt vorgenommenen Desinvestitionen unterstreichen unsere Zuversicht, die Belastungen durch konkrete Maßnahmen überkompensieren und unsere Ergebnisprognose aufrechterhalten zu können", verlautete am Montag bei Babcock.

Dividendenzahlung abhängig vom Börsengang

Ob das Unternehmen für das gerade zu Ende gegangene Geschäftsjahr endlich wieder eine Dividende zahlt, ist allerdings fraglich. Ein Babcock-Sprecher wollte dazu keine Angaben machen. Im Frühjahr hatte Vorstandsvorsitzender Klaus Lederer gesagt, eine Dividendenzahlung hänge auch davon ab, wie erfolgreich der Nordex-Börsengang am 2. April sein werde. Nachdem die Bookbuilding-Spanne zunächst zwischen 11 und 14 Euro gelegen hatte, war sie auf Grund der ungünstigen Marktverfassung auf neun bis 11,50 Euro gesenkt worden. Der endgültige Emissionspreis von neun Euro dürfte demnach den Erwartungen Lederers nicht entsprochen haben. Der Babcock-Kurs gab am Montag um 0,34 Euro auf 6,36 Euro nach.

Die West-LB will nach eigenen Angaben die Nordex auf ihrem Expansionskurs weiter begleiten. In den nächsten fünf Jahren strebe Nordex ein jährliches "organisches" Umsatzwachstum von 20 bis 25 % an. Für 2000/01 erwarte das Unternehmen eine Steigerung von sogar 30 % auf rund 350 Millionen Euro. Ein Nordex-Sprecher begrüßte das Engagement der West-LB. Dadurch werde es möglich sein, den Marktanteil von derzeit rund 9 % auf dem Weltmarkt weiter zu steigern.

Für den Verkauf der Nordex-Anteile musste Babcock von einem Veräußerungsverbot befreit werden. Die Altaktionäre-neben Babcock noch die dänische Nordvest A/S mit 7 % - hatten sich beim Nordex-Börsengang verpflichtet, innerhalb von sechs Monaten keine Aktien am Markt zu veräußern. Ein Verkauf an einen strategischen Investor ist jedoch zulässig. Bei der Platzierung hatte Babcock seinen Anteil von 80 % auf knapp 30 % reduziert. Nordvest will seine Aktien (Kurs derzeit knapp neun Euro) nach eigenem Bekunden behalten.

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