Veranstalter sehen "Renaissance des Buches"
52. Frankfurter Buchmesse in Aufbruchstimmung beendet

Die Branche hat die Angst vor neuen Medien wie E-Books abgelegt und elektronische Publikationen inzwischen als festen Bestandteil des Verlagswesens akzeptiert. Bei der Besucherzahl wurde zum zweiten Mal die 300 000-Grenze überschritten.

ap FRANKFURT/M. Mit einer positiven Bilanz ist am Montag die 52. Frankfurter Buchmesse zu Ende gegangen. Die Messe sei von einer Aufbruchsstimmung und einer "Renaissance des Buches" geprägt gewesen, sagte Messedirektor Lorenzo Rudolf. Die positive Stimmung habe sich auch in der Besucherzahl niedergeschlagen, die zum zweiten Mal seit Bestehen der Messe die 300 000-Grenze überschritten habe. Bei den Lizenzgeschäften sei eine Aufwärtsentwicklung zu beobachten, ergänzte der Pressesprecher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Eugen Emmerling. Vor allem bei den Verlagen des Gastlandes Polen sei die Anfrage überdurchschnittlich groß gewesen.

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren sehe die Branche neue Medien wie das E-Book nicht mehr als Gefahr, sondern als neues Potenzial, sagte Rudolf. Elektronische Publikationen seien inzwischen fester Bestandteil des Verlagswesens: "Man hat klar den Eindruck, dass in die Zukunft investiert wird." Emmerling zufolge galt der internationale Trend hin zu besseren Lizenzgeschäften auch für deutsche Autoren. Die Entwicklung für den Rechteverkauf deutschsprachiger Bücher auf dem englischsprachigen Markt sei hoffnungsvoll. Deutlich gestiegen sei daneben die Zahl der Buchhändler auf der Messe.



Polen konnte Neugier für die eigene Kultur wecken

Der Auftritt Polens sei "überaus erfolgreich" gewesen und habe auch die Organisatoren überrascht, sagte Rudolf, der erstmals die Messeleitung übernommen hatte. Für die Zukunft der Literatur des Nachbarlandes werde dieser Auftritt entscheidend sein, da er eine "Neugier für die polnische Kultur" gefördert habe, die vorher so nicht vorhanden gewesen sei. Auch der Themenschwerpunkt Comics habe einen erfolgreichen Start gehabt.

Der erste internationale Auftritt des diesjährigen Literatur-Nobelpreisträgers, des Chinesen Gao Xingjian, fand nach Angaben Rudolfs "weltweit außergewöhnlich große mediale Beachtung". Emmerling wertete die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an die algerische Schriftstellerin Assia Djebar positiv. Die Ehrung einer Frau aus Algerien, die sich eindeutig zu einer Friedensposition bekenne, sei ein "gutes Signal in der gesamtpolitischen Situation".



Buchmesse wird 2001 um einen Tag verkürzt

Für die Zukunft der weltweit wichtigsten Messe der Branche kündigte Rudolf einige Änderungen an. Vom nächsten Jahr an sollen nicht nur die Wege verkürzt werden, sondern auch die Länge der Ausstellung: Diese soll bereits am Sonntag, also einen Tag früher, beendet werden.

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