Veranstalter ziehen positive Bilanz
Aufbruchstimmung auf Multimedia-Kongress

Neue Ziele statt Krokodilstränen - die Multimedia-Branche fasst nach zwei schwierigen Jahren neuen Mut. 1 600 Teilnehmer aus der Internet- und Multimediabranche diskutierten drei Tage lang auf dem zehnten Deutschen Multimediakongress aktuelle Herausforderungen der digitalen Wirtschaft.

rsc STUTTGART. "Die Stimmung war sehr gut", sagte Rainer Wiedmann, Präsident des Deutschen Multimedia Verbandes (DMMV). Auf besonderes Interesse stießen die Vorträge des Venture-Capital-Gurus Joe Schoendorf und des Philosophen Peter Sloterdijk, der in einer erfrischenden Rede die neuen Medien aus philosophischer Perspektive betrachtete.

Jetzt ist der beste Zeitpunkt für Gründungen

Der Insiderbericht des Venture-Capital-Experten Schoendorf fand großen Anklang. Er rief die Branche zum Handeln auf: Für den kalifornischen Vordenker der IT-Branche ist das "Tal der Tränen" - die Flaute in der gesamten Branche - zwar noch nicht durchschritten. Dennoch sieht der Experte von Accel Partners gerade jetzt den besten Zeitpunkt für Firmengründungen und neue Geschäftsideen. Sein Unternehmen hat zurzeit drei Milliarden US-$ in Start-Ups investiert.

Beispiele wie Hewlett Packard und Cisco, die beide zu Zeiten von Wirtschaftskrisen in den Jahren 1939 bzw. 1984 gegründet wurden, belegten, "dass die besten Geschäftsideen und Firmen entstehen, wenn der Markt am Boden liegt". Daher lautet sein Appell: "Du musst Flagge zeigen, um zu gewinnen." Gute Erfolgschancen für junge Unternehmen sieht Schoendorf vor allem in Partnerschaften mit kleinen und mittleren Unternehmen, die im IT-Bereich deutlich investitionsfreudiger als Großkonzerne seien.

Philosoph Sloterdijk von der HFG Karlsruhe zeigte einen ganz anderen Ansatz auf, die Multimedia- und Internetbranche einzuordnen. Er verzichtete vollständig auf Begriffe wie User, Content, Website oder Multichannel, die in der Branche und besonders auf dem Kongress unter den Teilnehmern zur Selbstverständlichkeit geworden sind. Stattdessen waren die Teilnehmer von den philosophischen Überlegungen und seiner Wortwahl begeistert: Sloterdijk beschrieb das Internet abstrakt.

Die Homepage ist der neue Anrufbeantworter

Dabei verglich der Philosoph das Internet mit einer Weiterentwicklung der Telefonie und sprach von "Welt-Ortsgesprächen." Das Internet sei ein Zweiwegemedium, eine Mischung aus Print- und Rundfunkmedium einerseits und dem Telefon andererseits. Die Homepage entspreche einem bunten Anrufbeantworter der Unternehmen, der Chatroom einer Kneipe.

Insgesamt stellten über 160 Referenten in Stuttgart aktuelle Trends, Produkte und Anwendungen vor. Der DMMK begleitet die Digitale Wirtschaft seit 1992 und gilt als führender Fachkongress der Internetbranche.

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