Verantwortliche weisen Vorwürfe als falsch zurück
„Ein Traum für Terroristen“

Die Organisatoren der Olympischen Spiele sehen sich schweren Vorwürfen ausgesetzt: Ein britischer Zeitungsreporter machte die Probe aufs Exempel und berichtet von katastrophalen Sicherheitsmängeln. Dabei verschaffte er sich mit Ausweisen Zugang, die auf die Namen "Mickey Mouse" und "Robert bin Laden" ausgestellt waren.

HB ATHEN/LONDON. Der "Sunday Mirror" kritisierte die Sicherheitsvorkehrungen bei den Spielen als unzureichend und nannte sie von einem "Traum für Terroristen". Die Organisatoren wiesen die Vorwürfe zurück und erklärten, der Journalist habe mit seinen Bombenattrappen auf dem Gelände des Olympiastadions keine Sicherheitslücken bloßgestellt.

Die Boulevard-Zeitung berichtete, die auf dem Gelände des Olympiastadions versteckten drei Pakete mit Kabeln, Batterien und Drähten seien bei Sicherheitskontrollen nicht entdeckt worden. Der Reporter Bob Graham sei ohne große Überprüfung vor fünf Wochen als Fahrer eingestellt worden und habe sich während der Eröffnungsfeier am Freitag bis auf 20 Meter dem Bereich mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs nähern können, darunter der britische Premierminister Tony Blair.

Der Zeitung zufolge konnte sich Graham bei seiner Anstellung als Fahrer eines britischen Subunternehmens im Olympiastadion mit Pässen bewegen, die etwa auf "Mickey Mouse" oder in Anlehnung an El-Kaida-Chef Osama bin Laden auf "Robert bin Laden" ausgestellt gewesen waren. Bei der Eröffnungsfeier sei er so bis auf wenige Meter an den britischen Premierminister Tony Blair herangekommen. "Die Sicherheitsvorkehrungen sind einfach entsetzlich. Die Spiele sind ein wahrgewordener Traum für Terroristen", sagte Graham. Mit Blick auf die Beteuerungen der Behörden und den vorhandenen Mitteln handelt es sich um eine Skandal olympischen Ausmaßes."

Der griechische Minister für Öffentliche Sicherheit, Georgios Voulgarakis, verurteilte den Artikel als "schwere Beleidigung des Journalismus und der Prinzipien einer objektiven und verantwortlichen Berichterstattung". "Ich möchte Herrn Graham empfehlen, weniger Detektivromane zu lesen", sagte er. Sein Ministerium erklärte, die Olympischen Spiele seien völlig sicher. Die Sicherheitsmaßnahmen und Kontrollen entsprächen den schärfsten internationalen Kriterien. Nach der Eröffnungsfeier hatte es jedoch Lücken im Sicherheitsnetz gegeben. Ohne die sonst üblichen Prüfungen wurde Einlass in das Hauptpressezentrum gewährt.

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