Verarbeitendes Gewerbe wächst langsamer
Rückgang beim Einkaufmanager-Index

Das Verarbeitende Gewerbe wächst in Deutschland langsamer. Im Oktober haben die Preise erneut stark angezogen.

Reuters FRANKFURT. Das Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland und in der Euro-Zone hat im Oktober offenbar erneut an Dynamik verloren. Dies signalisierten die Rückgänge beim Einkaufsmanager-Index für Deutschland auf 56,4 (56,5) Punkte und für die Euro-Zone auf 55,7 (57,2) Punkte für die Euro-Zone, teilte die Forschungsgruppe NTC, die den Index für Reuters ermittelt, am Donnerstag in London mit. Nachlassender Produktionsanstieg sei in erster Linie für die Verlangsamung des Wachstums verantwortlich. Stark angezogen habe im Oktober erneut der Preisanstieg. Der entsprechende Index liege für die Euro-Zone bei 71,9 (75,9) Punkten, für Deutschland bei 70,9 (73,2) Punkten und damit signifikant über der Referenzlinie von 50 Punkten. Analysten sahen in den Daten einen Beleg für die konjunkturelle Abschwächung in der Euro-Zone.

Gestiegenes Ordervolumen ist Hauptgrund für langsames Wachstum

Das weiterhin erneut gestiegene Ordervolumen ist laut NTC der Hauptgrund für das andauernde, wenn auch langsamere Wachstum. Für Deutschland stieg der entsprechende Index den Angaben zufolge im Oktober auf 56,4 (55,0) Punkte, während der Index für die Euro-Zone mit 55,4 (57,0) Punkten auf den niedrigsten Stand seit Juni 1999 fiel. Um der höheren Nachfrage gerecht zu werden, legten die befragten Unternehmen sowohl in Deutschland als auch in der Euro-Zone bei der Produktion zu. Dennoch sanken die Produktions-Indizes, für Deutschland mit einem Wert von 57,7 (57,9) Punkten auf den tiefsten Stand seit neun Monaten, für die Euro-Zone mit 56,9 (58,6) Punkten sogar auf den niedrigsten Stand seit fünfzehn Monaten. Insbesondere die gravierenden weltweiten Lieferengpässe sowie die Reduzierung von Fertigwarenlagern aus Kostengründen seien der Umfrage zufolge dafür verantwortlich.

Preisanstieg beschleunigt

Stark beschleunigt hat sich laut NTC erneut der Preisanstieg. Als Hauptursache für die gestiegenen Preise wurden von den befragten Einkaufsmanagern der schwache Euro, die hohen Ölpreise und Probleme bei der Materialbeschaffung genannt.

Auch bei der Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe gab es Bewegung. Bereits zum dreizehnten Mal in Folge erhöhten die befragten Unternehmen in Deutschland laut NTC den Personalbestand, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. Der Beschäftigten-Index legte mit 54,2 Punkten nach 54,1 Punkten im September leicht zu. Der Beschäftigten-Index für die Euro-Zone lag im Oktober bei 54,3 Punkten nach 54,9 Punkten im September. Gerhard Grebe, Volkswirt bei der Bank Julius Bär, zeigte sich von dem drastischen Rückgang des Einkaufsmanager-Index für die Euro-Zone überrascht. Er sieht die konjunkturelle Lage positiver. "Der Index steht aber noch stark unter dem Einfluss des Septembers", sagte er. "Da wurde wohl auf Grund der starken Ölpreise übertrieben." Weniger optimistisch gab sich John Shepperd von der Dresdner Kleinwort Benson. Wie in den USA sieht er auch in Europa eine Verlangsamung des Konjunkturaufschwungs. "Man unterschätzt aber das Ausmaß der Verlangsamung in Europa, und das Verarbeitende Gewerbe in Europa wächst in geringerem Tempo", sagte er. Die Europäische Zentralbank (EZB) müsse handeln, um den Effekt des schwachen Euro auf die Inflationsrate auszugleichen. Für Chef-Volkswirt Uwe Angenendt von der BHF-Bank verdeutlicht der Rückgang der Indizes die konjunkturelle Verlangsamung, die bereits andere Frühindikatoren, wie der Ifo-Index, signalisierten. "Der Index zeigt, dass die Preisentwicklung recht kräfitg ist", sagte er. Er rechne über die Wintermonate mit einem weiteren Anstieg der Inflationsrate.

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