Verband fordert von ARD Verzicht auf Werbung und Reduzierung des Radioangebots
Radiomarkt steht unter großem Druck

Die privaten Anbieter befürchten wegen rückläufiger Werbeeinnahmen und einer übermächtigen ARD weiteres Sendersterben.

DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Von der gesendeten fröhlichen Laune ist bei den Radios intern nichts zu spüren. Der anhaltend schlechte Werbemarkt macht dem privaten Hörfunk schwer zu schaffen. "Die Situation ist bedrohlich", sagt Wilfried Sorge, Geschäftsführer der RMS Radio Marketing Service, dem größten Vermarkter im privaten Hörfunk. "Das Radio hat auf der Einnahmeseite stark verloren. Wenn sich die Wettbewerbsbedingungen nicht verändern, wird das Sendersterben weitergehen", warnt Hans-Jürgen Kratz vom Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) und Geschäftsführer der Antenne Thüringen. Seit Beginn der Rezession auf dem Werbemarkt vor drei Jahren sind ein halbes Dutzend Radios in die Insolvenz gegangen, zuletzt im September ein Jazz-Sender in Berlin. Auch die Essener WAZ-Gruppe kämpft mit Verlusten ihrer 10 Beteiligungen im Lokalfunk.

Trotz Personalabbaus und Einsparungen nimmt der Druck im Radiomarkt weiter zu. Wie das Marktforschungsunternehmen Nielsen berichtet, gingen in den ersten 9 Monaten die Werbeeinnahmen um 2,4 % auf knapp 650 Mill. Euro zurück. "Die Bedeutung des Radios wird geringer. Deshalb müssen alle Hörfunkbetreiber bei der Vermarktung zusammenarbeiten. Wir dürfen nicht vom Begleit- zum Verzichtmedium der Werbewirtschaft werden,", sagt Achim Rohnke, Geschäftsführer von ARD-Werbetochter Sales & Services.

Doch die Privaten gehen andere Wege. Sie fordern von den Medienanstalten mehr Kooperationsmöglichkeiten. "Wir brauchen mehr Deregulierung statt Regulierung", fordert Kratz, Sprecher der Radiounternehmen im VPRT. Bisher sind kostensparenden Kooperationen enge Grenzen gesetzt, um eine möglichst hohe Programmvielfalt zu gewährleisten. Von einer Deregulierung würden insbesondere die Großen der Radiobranche wie die Bertelsmann-Tochter RTL Radio Deutschland, der Axel Springer Verlag oder Burda profitieren, warnen bereits Insider.

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