Verband: Pläne schränken Vermögensbildung ein
Sparkassen kritisieren Regierung

Die deutschen Sparkassen haben der Bundesregierung vorgeworfen, durch ihre Steuer- und Finanzpläne der Bevölkerung nicht genügend Spielraum für die Vermögensbildung zu lassen.

Reuters BERLIN. Durch die Koalitionsvereinbarung werde die Vermögensbildung privater Haushalte künftig eher erschwert als gefördert, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Dietrich Hoppenstedt, am Dienstag bei der Präsentation einer Studie zur Vermögensbildung in Berlin. Die Politik müsse den Menschen ausreichend Mittel für eine eigenverantwortliche Vermögensbildung belassen und über Förderinstrumente Anreize zu mehr privater Absicherung setzen. "Beides vermissen wir in der Koalitionsvereinbarung", sagte Hoppenstedt. Er kritisierte die von Rot-Grün geplante Reform der Eigenheimzulage und Pläne zur Besteuerung von Wertpapierveräußerungsgewinnen. Der DSGV-Präsident mahnte eine Vereinfachung der Riester-Rente an, die nach der Umfrage bisher auf wenig Akzeptanz stößt.

Einen Tag vor dem Weltspartag am Mittwoch veröffentlichte der DSGV zum dritten Mal sein so genanntes Vermögensbarometer, zu dem mehr als 2000 Menschen befragt wurden. Das Ergebnis der Studie zeige, dass drei Viertel der Befragten Vermögensbildung und Altersvorsorge über die Absicherung der gesetzlichen Systeme hinaus für sehr wichtig hielten. 61 % (Vorjahr: 55 %) bewerteten eine stärkere Eigenverantwortung als richtig. Nur elf Prozent der Berechtigten hätten bisher eine staatlich geförderte Altersversorgung abgeschlossen, die nach dem ehemaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) benannt wurde. Nur rund weitere 23 % planten einen Abschluss, den etwa zwei Drittel wegen Skepsis oder fehlender Information nicht vorhätten.

Bei der Vermögensbildung steht nach DSGV-Angaben für die Menschen derzeit die Sicherheit im Zentrum ihrer Überlegungen. Hohe Rendite und steuerliche Aspekte seien den Befragten weniger wichtig. Hoppenstedt geht nach eigenen Worten nicht davon aus, dass die Sparquote weiter ansteigen werde. Dieser Anteil der Ersparnis am verfügbaren Einkommen war nach einem kontinuierlichen Absinken seit 1991 im vergangenen Jahr erstmals wieder leicht auf 10,2 % gestiegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%