Verband rät kleineren Anbietern zu Zusammenschlüssen
Vermögensverwalter stehen unter Druck

Der Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) sieht seine Branche unter steigendem Konsolidierungsdruck. Der VuV will den Zusammenhalt unter den Vermögensverwaltern fördern.

po FRANKFURT/M. "Das schwierige Börsenumfeld und die Anforderungen durch die Aufsichtsbehörden machen vor allem kleineren Anbietern das Leben schwer", sagte der Verbandspräsident Lutz Gebser dem Handelsblatt. Deshalb sollten sich diese zu größeren Einheiten zusammenschließen. Als Mindestgröße nennt Gebser ein verwaltetes Vermögen von 200 Mill. Euro. Diese Größenordnung erfüllen erst fünf bis zehn Prozent der rund 350 Gesellschaften in Deutschland.

Die Anforderungen der Aufsicht - Vermögensverwalter unterliegen seit vergangenem Jahr der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finandienstleistungsaufsicht (BAFin) - "gehen teilweise an der Zielsetzung vorbei", kritisiert Gebser. So hält er viele Vorschriften wie die zur vierteljährlichen Berichterstattung oder Anlage der Gelder für überflüssig. Hinzu komme, dass die Mitgliedschaft in der Entschädigungseinrichtung (EDW) eine erhebliche Kostenbelastung für die Vermögensverwalter bedeute. "Ohne Sinn, denn die EDW muss nur zahlen, wenn Kundeneinlagen gefährdet sind", sagt Gebser. Doch die seien selbst bei der Pleite einer Vermögensverwaltung ungefährdet, da die Gelder bei der Depotbank lägen. Ein mittelgroßer Vermögensverwalter wie Gebser & Partner muss pro Jahr rund 75 000 Euro für die Regulierung aufbringen.

Der Verband müsse wachsen, um seine Interessen besser durchsetzen zu setzen, meint Gebser. Bislang sind 60 der 350 deutschen Vermögensverwalter Mitglied. Vorbild für Gebser ist der Schweizer Verband, der mehr als 900 Mitglieder zählt. Ein Fünftel aller Vollmachtdepots werden bei den Eidgenossen von unabhängigen Vermögensverwaltern betreut, in Deutschland sind es lediglich ein bis 1,5 Prozent. Um für neue Mitglieder attraktiver zu werden, will der VuV den Internetauftritt ausweiten. "So können wir den Unternehmen eine Plattform bieten, sich zu präsentieren", sagt Gebser.

Als Konkurrenten der unabhängigen Vermögensverwalter sieht Gebser weniger die Großbanken ("Die sind potenzielle Abgeber") als vielmehr ausländische Institute. Als großen Vorteil der unabhängigen Vermögensverwalter gegenüber Banken sieht der Verbandschef die individuelle und kontinuierliche Kundenbetreuung: "Dem Vermögensverwalter gehört sein Betrieb, der wird nicht mehr wegbefördert oder wechselt den Arbeitgeber."

Der VuV will den Zusammenhalt unter den Vermögensverwaltern fördern und die Branche stärker in das Licht der Öffentlichkeit rücken. Zudem vertritt er die Interessen gegenüber der Aufsicht und dem Gesetztgeber.

Quelle: Handelsblatt

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