Verband rechnet mit Investitionsminus: Flaute am Bau kostet weitere Arbeitsplätze

Verband rechnet mit Investitionsminus
Flaute am Bau kostet weitere Arbeitsplätze

Die Bauwirtschaft rechnet wegen der anhaltenden Konjunkturschwäche nach Verbandsangaben im laufenden Jahr mit einem Rückgang der Bau-Investitionen um 2,5 Prozent und dem Verlust von 50 000 weiteren Arbeitsplätzen.

Reuters BERLIN. Beschließe die Politik die geplante Kürzung der Eigenheimzulage, sei 2004 im Wohnungsbau sogar mit einem Einbruch im bis zu zweistelligen Prozentbereich zu rechnen, warnte der Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Bauwirtschaft (ZDB), Arndt Frauenrath, am Dienstag in Berlin. Bei positiven politischen Rahmenbedingungen und einem Wirtschaftswachstum über zwei Prozent sei 2004 dagegen eine Stabilisierung der Investitionen auf niedrigem Niveau zu erwarten. Im vergangenen Jahr hatte der mittelständische ZDB einen Investitionsrückgang um 5,9 Prozent auf 214,2 Milliarden Euro verzeichnet.

Die allgemein schlechte Wirtschaftslage dürfte im laufenden Jahr nach Einschätzung des Verbandes vor allem die Investitionen im Wohnungsbau drücken. Der Wohnungsbau werde voraussichtlich um drei Prozent, der Wirtschaftsbau um rund zwei Prozent und der öffentliche Bau um ein Prozent abnehmen, sagte Frauenrath voraus. Dies werde weitere 50 000 Arbeitsplätze in der Baubranche kosten. Langfristig sei vorstellbar, dass die Zahl der Beschäftigten am Bau von derzeit noch rund 880 000 auf unter 700 000 sinken könnte.

Kritik äußerte Frauenrath an der rot-grünen Bundesregierung und der von ihr geplanten Kürzung der Eigenheimzulage, die derzeit das größte Risiko für den privaten Wohnungsbau sei. Auch müsse bei der Diskussion über eine Steigerung von Krankenkassen- und Rentenbeiträgen klar sein, dass höhere Lohnnebenkosten die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen weiter schwächten. Unter derartigen Rahmenbedingungen werde sich die wirtschaftliche Lage der Bauunternehmen in nächster Zeit kaum verbessern.

"Wir erwarten von Bundeskanzler (Gerhard) Schröder (SPD), dass er in seiner Rede am 14. März nicht nur Reformkonzepte ankündigt, sondern sie auch gegen Widerstände in den eigenen Reihen und im Gewerkschaftslager durchsetzt", sagte Frauenrath mit Blick auf die geplante Regierungserklärung des Kanzlers. Ohne eine Erholung der deutschen Bauwirtschaft werde es auch keinen gesamtwirtschaftlichen Aufschwung geben. 2002 habe der Rückgang am Bau um knapp sechs Prozent die deutsche Wirtschaft fast ein halbes Prozent Wachstum gekostet.

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