Verbandschef fordert drei Mannschafts-Medaillen
Auch Florettdamen können Pleitenserie nicht stoppen

Fünfter Einzelwettbewerb mit deutschen Startern, fünftes Mal früh Endstation: Für Florettfechterin Sabine Bauer kam im Achtelfinale das Aus. Das bringt den Präsidenten des Deutschen Fechter-Bundes zwar nicht aus der Fassung. Doch vor den Mannschaftswettbewerben erhöht Gordon Rapp den Druck auf die Athleten.

HB ATHEN. Auch mit ihrer einstigen Paradewaffe Damenflorett haben die erfolglosen deutschen Fechter keinen Stich bekommen und den Negativtrend bei den Olympischen Spielen in Athen nicht gestoppt. Simone Bauer (Tauberbischofsheim) schied am Mittwoch im Achtelfinale mit 9:15 gegen die favorisierte Weltranglisten-Dritte Sylwia Gruchala aus. "Ich hatte eine Chance gegen sie, aber dann habe ich vier Mal denselben Fehler gemacht. Das darf einfach nicht passieren", sagte die einzige deutsche Florett-Starterin. Die 30-Jährige war ohnehin nur als Außenseiterin in den Wettkampf gegangen. Rita König-Römer, 2000 in Sydney noch mit Silber und Bronze dekoriert, hatte sich gar nicht erst für Athen qualifiziert.

Nach fünf medaillenlosen Einzelwettbewerben - die Säbelfechter hatten die Olympia-Teilnahme verpasst - zeigt sich Rapp nach außen noch gelassen, stellt aber klar: "Im Einzel haben sie die Pflicht gemacht, die Kür leider nicht. In der Mannschaft sollen sie zeigen, was sie können, das ist für mich entscheidend. Da sind wir gut aufgestellt, da erwarte ich drei Medaillen." Das Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) betonte, die Stimmung im Fechterlager sei "nicht schlecht".

Nach dem Zwischenhoch von Sydney 2000, als der DFeB fünf Medaillen holte, knüpfen die deutschen Fechter bislang an das Debakel von Atlanta 1996 an. Damals sprang nach ebenfalls erfolglosen Einzel-Wettbewerben nur noch eine Bronzemedaille im Damenflorett- Teamwettbewerb heraus. Grundsatzdiskussionen über einen möglichen Systemwechsel will Rapp aber erst nach Beendigung der Spiele von Athen führen. "Wenn ich lese, früher war alles anders, ist das so, als ob man fordert, dass Klinsmann wieder 4-2-4 spielen soll. Die Zeiten haben sich geändert."

Simone Bauer wehrt sich dagegen, die heutige Florett-Tristesse mit den glorreichen Zeiten einer Sabine Bau, Anja Fichtel und Zita Funkenhauser zu vergleichen. "Das war eine Ausnahmesituation, das wird es so schnell nicht wieder geben", sagte die Team-Weltmeisterin von 1993 und 1999. Seit den historischen drei Olympia-Medaillen des Trios in Seoul 1988 habe es nach deren Karriereende Ende der 90er Jahre im Damenflorett keine Siegertypen gegeben. "Vielleicht haben wir den Fehler gemacht, uns auf "88 auszuruhen. Als Sabine aufhörte, fehlte die Führungspersönlichkeit. Ich bin nicht zum Winner erzogen worden, weil ich Winner in der Mannschaft hatte."

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