Verbband der Internetwirtschaft organisiert "Pink Slip Partys"
Jobsuche in der New Economy bei Cocktails und Musik

In der Nacht zum Tag der Arbeit wollen mehrere hundert Arbeitslose der New Economy bei Cocktails und Partymusik in Berlin auf Jobsuche gehen.

Reuters BERLIN. Der Verband der Internetwirtschaft
(eco) startet am 30. April in der Hauptstadt eine bundesweite Partyreihe, zu der Jobsuchende und Arbeitgeber eingeladen werden. In Feierlaune sollten frisch Gekündigte auf den so genannten "Pink Slip Partys" neue Kontakte zu Personalberatern und Unternehmensvertretern knüpfen, sagt Frank Lichtenberg, Sprecher des Arbeitskreises startup bei eco. Seinen Angaben zufolge ist die Berliner Party die erste derartige Veranstaltung in Europa.

Die Idee stammt aus den USA, wo den Arbeitnehmern früher ihre Entlassung auf einem rosafarbenen Kündigungsschreiben mitgeteilt wurde und seit vergangenen Sommer "Pink Slip Partys" veranstaltet werden. "Wir haben bereits 300 Einladungen verschickt und rechnen damit, dass noch 500 weitere Jobsuchende kommen werden", sagt Lichtenberg. Eingeladen seien auch Angestellte, die mittelfristig mit ihrer Entlassung rechneten. Für Jobsuchende seien Getränke und Eintritt frei, Unternehmensvertreter und Personalberater müssten für die Teilnahme zahlen.

"Notfalls wird einfach nur gefeiert"

"Ich werde da auf jeden Fall hin gehen", sagt Boris Weidt, der demnächst seinen Schreibtisch bei dem Berliner Unternehmen Venturepark räumen muss. Die Minderheitsbeteiligung des Internet-Unternehmens Pixelpark schließt in Kürze ihr Berliner Büro. Der 30-Jährige rechnet mit guten Chancen, auf der Feier neue Kontakte zu knüpfen. Sollte sich kein passendes Jobangebot für ihn ergeben, lohne sich die Party trotzdem. "Notfalls wird einfach nur gefeiert", sagt Weidt. Er kann von Venturepark noch weitere Jobsuchende zur Party mitbringen. Nur einer seiner 40 Berliner Kollegen behält seinen Job und wechselt zum Münchner Büro.

Thomas Ohlenbostel von der Personalberatung Korn/Ferry Futurestep hält es für eine gute Idee, die Veranstaltung auch in Deutschland zu starten. In lockerer Party-Atmosphäre lasse sich gut mit Jobsuchenden sprechen. "Das Konzept hat sich beim Treffen von Unternehmensgründern mit Finanzierern bewährt." Er erwarte, dass auf einer informellen Feier Kontakte schneller hergestellt werden könnten als auf Karrieremessen oder durch Initiativbewerbungen. "Die Chancen, ein attraktives Jobangebot zu bekommen sind groß, auch wenn der alte Arbeitgeber Pleite gegangen ist", sagt Ohlenbostel. Bei einer Firma gearbeitet zu haben, deren Businessplan gescheitert sei, sei kein Makel. Die Mitarbeiter von Start-Up Unternehmen brächten wertvolle Erfahrungen mit, die auch in Großunternehmen gefragt seien.

Weitere Veranstaltungen dieser Art sollen am 17. Mai in Frankfurt am Main, am 31. Mai in München, am 14. Juni in Hamburg und danach in Düsseldorf oder Köln stattfinden. Jobsuchende können sich im Internet unter www.pinkslipparty.de anmelden.

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