Verbesserter Modellmix
Porsche gibt weiter Gas

Der Sportwagenhersteller Porsche hat der schwachen Autokonjunktur getrotzt und in den ersten sechs Monaten seines laufenden Geschäftsjahres 2001/02 Umsatz und Ergebnis gesteigert. Das USA-Geschäft habe sich von den Folgen der Anschläge des 11. Septembers erholt.

Reuters STUTTGART. Nach einer erneuten Gewinn- und Umsatzsteigerung in den ersten sechs Monaten gibt sich der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche für das Geschäftsjahr 2001/02 vorsichtig optimistisch. Der mit mehr als 13 % Umsatzrendite von über 13 % profitabelste Autobauer der Welt rechne mit einem Ergebnis vor Steuern, das mindestens auf dem Rekordniveau des Vorjahres von 592,4 Mill. Euro liege, sagte Vorstandschef Wendelin Wiedeking auf der Hauptversammlung am Freitag in Stuttgart. Das Geschäft auf dem wichtigsten Markt für Porsche, den USA, habe sich von den Folgen der Anschläge des 11. September erholt. "Das Signal scheint wieder auf Grün zu springen", sagte Wiedeking.

Der Gewinn von Porsche werde nach vorläufigen Zahlen für die Monate August bis Januar mit rund 154 Mill. Euro um 10 Prozent über dem Vorjahreswert liegen, sagte der Vorstandschef laut Redetext weiter. Dank der nach der Steuerreform gesunkenen Steuerquote werde der Gewinn unter dem Strich sogar um 27 % auf 87,8 Mill. Euro gestiegen sein. Ein besserer Modellmix habe den Umsatz erneut stärker steigen lassen als die Verkaufszahlen. Während Porsche zwischen August 2001 und Januar 2002 mit 23 370 Autos nur 0,7 % mehr Fahrzeuge verkauft haben werde, werde der Umsatz um 6,3 % auf 1,83 Mrd. Euro gewachsen sein. Gegenüber den ersten vier Monaten haben sich die Wachstumsraten kaum verändert.

Mit dem Trend zu hochpreisigeren Modellen will Porsche auch einen Absatzrückgang in den USA wett machen. "Wir werden diese Rekordzahl nicht halten können", sagte Wiedeking mit Blick auf die 25 412 verkauften Fahrzeuge im vergangenen Geschäftsjahr, das am 31. Juli 2001 endete. Während der Boxster langsam "in die Jahre" komme, habe das teurere Flaggschiff 911 die Erwartungen weit übertroffen. In den ersten sechs Monaten wurden davon 15,5 % mehr abgesetzt. Vom 173 000 Euro teuren 911 GT2 würden bis Ende Januar 230 Stück verkauft. Der Luxusautobauer verkauft regelmäßig fast die Hälfte seiner Produktion auf dem US-Markt. "Wir sind in erster Linie an guten Ergebniszahlen interessiert und weniger an Stückzahlen", merkte Wiedeking an.

Produziert würden bis Ende Januar etwa 25 000 Wagen, teilte Porsche weiter mit. Das gerade bei Sportwagen starke Frühjahr steht noch bevor. 2000/01 hatte Porsche den Umsatz um knapp 22 % auf 4,44 Mrd. Euro gesteigert. Die Vorzugsaktionäre erhalten eine auf 2,60 Euro erhöhte Dividende.

Wendelin Wiedeking verteidigte vor den Aktionären erneut die Entscheidung gegen die regelmäßige Veröffentlichung von Quartalszahlen, die im Herbst zum Ausschluss von Porsche aus dem Nebenwerteindex MDax geführt hatte. Der Vorstandschef sprach vom "Widersinn der Quartalsberichte", die dem Ziel der langfristigen Gewinnmaximierung entgegen stehe. Der Index-Hinauswurf sei ein "schlechter Witz". Wiedeking erinnerte an die Krisenzeiten des Konzerns: "Jedes Vierteljahr hätten wir damals nachlesen können, dass wir eigentlich am Ende seien und uns nur noch mit letzten Zuckungen über Wasser hielten". Auf die Motivation von Kunden und Mitarbeitern hätte dies "tödlich" gewirkt, sagte er.

Einen Umsatz- und Gewinnschub verspricht sich Wiedeking vom neuen Sport-Geländewagen "Cayenne", der in der neuen Fabrik in Leipzig gebaut und im Herbst auf den Markt gebracht werden soll. Porsche will von Beginn an etwa 25 000 Wagen des Cayenne bauen und verkaufen. Die Mitarbeiterzahl werde daher noch im laufenden Geschäftsjahr die Marke von 10 000 (2000/01: 9752) übersteigen. Von 2003 an soll der 350 000 bis 400 000 Euro teure Sportwagen Porsche Carrera GT gebaut werden.

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