Verbesserung der Eigenkapitalausstattung
Gothaer will Kunden beteiligen

Der als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit aufgestellte Gothaer Konzern (früher Parion) will in den nächsten Jahren Genussscheine von bis zu 500 Millionen Euro begeben und damit seine Kunden künftig am Eigenkapital der Versicherungsgruppe beteiligen.

Reuters KÖLN. In fünf bis sechs Jahren könnte so die Hälfte des Eigenkapitals von rund einer Milliarde Euro von den Kunden, die zugleich die Mitglieder in dem Versicherungsverein sind, gehalten werden, sagte Konzernchef Werner Görg am Mittwoch in Köln.

Zugleich kündigte Görg an, die Prämien für Industrieversicherungen im nächsten Jahr insgesamt um erneut rund 30 Prozent zu erhöhen. Die Beitragseinnahmen des Gothaer Konzerns sollen 2002 auf deutlich über vier (2001: 3,958) Milliarden Euro steigen. Nach einem deutlich schlechteren Ergebnis 2001 könne die Ergebnisentwicklung in diesem Jahr wegen der Unsicherheit auf den Kapitalmärkten noch nicht vorausgesagt werden.

Die rund 3,4 Millionen Vereinsmitglieder sollen vom kommenden Jahr an jeweils jährlich Genusscheine von bis zu 15 000 Euro zeichnen können. "Wir benötigen an keiner Ecke des Konzerns mehr Eigenkapital", betonte Görg. Ziel sei vielmehr, die Kunden über die Beteiligung stärker an das Unternehmen zu binden. Die Anteilsscheine sollen mit einer Sockelverzinsung sowie einer vom Konzernergebnis abhängigen Komponente ausgestattet werden. Ein Handel soll nur unter Mitgliedern möglich sein.

Mit dem neuen Kapital solle vor allem die Eigenkapitalausstattung der operativen Versicherungstöchter verbessert werden, auch wenn dies zurzeit noch nicht erforderlich sei. "Wir müssen für die Zukunft gewappnet sein", sagte Görg. Görg erwartet künftig höhere Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung.

Aktiv ist der Gothaer Konzern nach eigenen Angaben derzeit nicht auf der Suche nach Partnern. Jeder Kooperationswunsch, der an ihn herangetragen werde, werde jedoch geprüft, sagte Görg. Gespräche mit dem Versicherer Signal Iduna würden nicht weiter fortgesetzt. Generell könne er sich eine Fusion zurzeit eher vorstellen als den Kauf eines Unternehmens.

Die vier großen operativen Versicher des Konzerns, Gothaer Allgemeine, Gothaer Lebens-, Berlin-Kölnische Krankenversicherung und die Asstel Lebensversicherung stellen sich seit letztem Jahr als Aktiengesellschaften unter einem gemeinsamen Versicherungsverein auf.

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