Verbesserungen im Versicherungsgeschäft erwartet
Allianz-Aktie im Höhenflug

Die Aktie der Allianz hat am Vormittag trotz eines hohen Verlusts im dritten Quartal 2002 um mehr als fünf Prozent zugelegt.

Reuters FRANKFURT. Hoffnungen auf eine Verbesserung des Geschäfts haben die Aktien des Allfinanzkonzerns Allianz trotz eines Milliardenverlustes im dritten Quartal am Donnerstag deutlich steigen lassen. Die Anleihen des Unternehmens reagierten jedoch mit Kurseinbußen.

Die Allianz-Aktie gewann bis zum späten Vormittag mehr als sechs Prozent auf 103 Euro, was Händler mit der erwarteten Verbesserung des Versicherungsgeschäfts und dem positiven Ausblick erklärten. In dem Rekordverlust von 2,5 Milliarden Euro seien Abschreibungen in Milliardenhöhe enthalten, so dass nun alles Negative in den Zahlen enthalten sein müsste. "Das heißt, man hat ein bereinigtes Ergebnis und startet von Null", sagte ein Börsianer. "Der Markt glaubt, dass das Schlimmste jetzt vorbei ist", ergänzte ein anderer Händler. Nun gingen die Anleger davon aus, dass sich das Ergebnis bereits im nächsten Quartal verbessere.

Der Kurs werde auch von charttechnischen Faktoren unterstützt, sagte ein Händler. Eine wichtige Unterstützung bei 95 Euro habe gehalten, dies stimme die Anleger zunächst optimistisch.

Quartalszahlen schwach

Die vorgelegten Quartalszahlen werteten Analysten jedoch als äußerst schwach. "Die Zahlen waren so schockierend wie ich sie erwartet hatte", sagte Carsten Zielke, der das Unternehmen für die WestLB beobachtet. Die entscheidende Frage sei, wann die Tochter Dresdner Bank die Trendwende schaffe und keine Verluste mehr zum Konzernergebnis beisteuere. "Momentan sieht es so aus, dass es nächstes Jahr noch nicht so weit sein wird."

Auch Alfred Kaiser vom Bankhaus Nols verwies auch auf die anhaltenden Belastungen durch die Dresdner Bank. "Der Kauf der Dresdner erweist sich weiterhin als klare Fehlentscheidung." In Reaktion auf die schwachen Zahlen verbuchten die Anleihen des Unternehmens Renditezuschläge im Vergleich zu den entsprechenden Bundesanleihen. "Der Verlust ist groß, aber wir wussten, es würde schlimm kommen, und das hat uns die ganzen Panikverkäufe erspart, die wir in nervösem Markt bei anderen Papieren gesehen haben", sagte ein Renten-Händler.

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