Verbindlicher Rahmen gilt ab 1. September
Kodex für Börsengänge

Der Verhaltenskodex für Neuemissionen (IPOs) der Deutschen Börse tritt zum 1. September in Kraft. Die Verhaltensgrundsätze sollen die Anforderungen an den Emissionsprospekt regeln und Angaben außerhalb des Prospektes sowie die Veröffentlichung emissionsbegleitender Studien einschränken.

Reuters FRANKFURT. Der Kodex tritt deutlich später als ursprünglich geplant in Kraft. Diese Grundsätze, denen sich die Unternehmen freiwillig unterwerfen sollen, gälten für alle Marktsegmente, teilte die Deutsche Börse am Montag in Frankfurt mit. Die Einhaltung der Verhaltensgrundsätze müsse künftig im Börsenprospekt ausgewiesen werden, hieß es weiter. Sie sollen die Anforderungen an den Emissionsprospekt regeln und Angaben außerhalb des Prospektes sowie die Veröffentlichung emissionsbegleitender Studien einschränken. Ursprünglich war die verbindliche Einführung der Maßregeln zum 1. Juni geplant.

Detailarbeit bis Mitte Juli

Bis Mitte Juli werde noch an den Details des Kodexes gearbeitet, teilte die Börse weiter mit. Dabei flössen die nach der Vorstellung des Kodex-Entwurfes im April eingegangenen Anregungen der Marktteilnehmer in das Regelwerk ein. Rainer Riess, Head of Primary Markets der Börse, hatte Ende Mai bereits in einem Reuters-Interview gesagt, die Verzögerung bei der Einführung habe mit Umfang und Qualität der Kommentare zum Kodex zu tun.

Freiwillige Einhaltung

Die Kandidaten für einen Börsengang sollen sich weiteren Angaben zufolge den neuen Regeln freiwillig unterwerfen und nicht mehr - wie beispielsweise beim Regelwerk des Neuen Marktes - dazu verpflichtet werden. Nach früheren Informationen aus Bankenkreisen ist der Hintergrund dafür, dass die rechtliche Umsetzung möglicherweise sehr lange gedauert hätte und die Regeln so mit Verspätung wirksam geworden wären.

Eckpunkte

Der im September 2001 erstmals angekündigte Kodex macht weitgehende Vorgaben für den Emissionsprospekt, die von der Schriftgröße für Überschriften bis hin zur Darstellungsweise von Risikofaktoren für das Engagement von Anlegern reichen. Außerdem soll ein Unternehmen, das eine Aktienplatzierung plant, ungefähr vier Wochen vor dem Listing und bis zu 30 Tagen nach der Erstnotiz keine wesentlichen Informationen weitergeben, die nicht im Prospekt stehen. Die begleitenden Banken sollen zudem zwei Wochen vor der Notierung und bis zu 30 Tagen danach keine Analysen herausgeben.

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