Verbindung von Web und Fernsehschirm für die Generation @
NBC Giga will mit interaktivem TV die Region erobern

In der Halle 24 der Cebit wollen Netzbetreiber, TV-Sender und die Industrie demonstrieren, wie Fernsehen und Internet in Zukunft zusammenwachsen können. NBC Giga zeigt das mit heutiger Technik bereits täglich im Fernsehen.Nun soll das Konzept regionalisiert werden.

jgo DÜSSELDORF. Mehr als zwei Jahre nach dem Start wird der Fernsehsender Giga in fünf Bundesländer expandieren. Mit Freizeitprogrammen in Rheinland-Pfalz, Bremen, Berlin, Hamburg und dem Saarland will sich der Sender neue Zielgruppen erschließen. Im Mai soll in Bremen das erste Regionalstudio eröffnet werden. Giga sei deshalb so erfolgreich, weil die Zuschauer zum Sender eine enge Beziehung aufbauen könnten, sagt Miriam Pielhau, die vor drei Wochen zur Chefredakteurin ernannt wurde, im Gespräch mit Handelsblatt.com. "Die Hälfte unserer Themen ist vorbereitet, die andere Hälfte ist spontan, entwickelt sich nach den Wünschen der Nutzer; das ist unsere Vorstellung davon, Internet und Fernsehen zu verbinden."

Während der Sendungen regt Giga die Zuschauer immer wieder dazu an, sich am Programm zu beteiligen. Netzreporter durchkämmen das World Wide Web nach interessanten Angeboten, lassen die Zuschauer an ihren Entdeckungsreisen teil haben und fordern dazu auf, eigene Beiträge zu senden. Auf diese Weise ist es dem Sender gelungen, die Grenzen zwischen Fernsehen und Internet zu überwinden. Das einzigartige Konzept liefert den Machern zugleich überzeugende Argumente für Werbekunden: Wie andere Spartensender verzichtet Giga zwar auf einen GfK-Quotennachweis; anders als aber beispielsweise MTV oder Viva, die ihre Beliebtheit im Internet nicht mehr oder noch nicht von der neutralen IVW messen lassen, kann Giga seine Popularität bei den internetbegeisterten Jguendlichen nachweisen. Im Februar erzielte Giga.de 22,3 Millionen Page Views und die Zahl der registrierten Nutzer in der Giga-Community überschritt 150 000. Mit einem neuen Sendedesign und einem überarbeiteten Internetauftritt zur 3 000. Live-Sendung an diesem Donnerstag will der Sender in den kommenden Monaten weiter zulegen.

Interaktion, Technik und Romantik als Programmauftrag

Kernstück des Konzepts ist die fünfstündige Live-Sendung Giga, die werktags im Düsseldorfer Hafen produziert wird. Ebenfalls aus Düsseldorf kommt zudem die Spielesendung Games. Nach Mitternacht meldet sich Giga Heartbeat Dienstags bis Samstags aus Hannover und stiftet einsame Singles zu Rundgängen durch die erotischen Seiten im Netz oder zur Kontaktanbahnung im Web-Forum an. Alle Giga-Programme sind jeweils wiederum in kleinere Module von wenigen Minuten unterteilt, die sich gut im Internet abbilden lassen. Einen Vergleich mit den ähnlich strikt formatierten Musiksendern lehnt Pielhau allerdings ab. "Wir sind kein Musikfernsehen, wir sind noch einmal eine ganz andere Sparte", urteilt sie. "Als Konkurrenz empfinde ich MTV und Viva nicht. Wir teilen uns eine Zielgruppe, aber die teilen wir uns mit vielen bedeutend größeren. Mitbewerbern."

Auch die von Viva groß angekündigte und spät realisierte Internetoffensive hat Pielhau nicht erschüttert. Ankündigungen, der Sender werde exemplarisch zeigen, wie Internet und Fernsehen zusammenwachsen könnten, haben sie "eher schmunzeln" lassen. "Ich weiß nicht, ob bei den Viva-Machern nur Satellitenfernsehen empfangen wird. Denn genau das haben wir ja nun schon zweineinhalb Jahre vorher gemacht."

In Deutschland erreicht der Sender, der auf den Frequenzen des US-Senders NBC Europe ausgestrahlt wird, 16,4 Millionen Kabelhaushalte. Auch wenn die DFA mittlerweile die Mehrheit an Giga hält, wird das Konzept auch in den USA aufmerksam verfolgt. Pielhau, die bei Giga zum Gründungsteam zählt, freut sich über dieses Interesse ganz besonders: "Was die Entwicklung der Onlinewelt betrifft, sind die USA ja eigentlich Deutschland voraus. Um so erfreuter ist das NBC-Management, wenn ausgerechnet im hinterwäldlerischen Deutschland etwas aufgebaut wird."

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