Verbindungen aus NRW in den Mittelmeerraum geplant
Lufthansa lässt Eurowings auf die Billigflieger los

Die Lufthansa hat der Regionalfluggesellschaft Eurowings nach Handelsblatt-Informationen grünes Licht für einen Einstieg in das boomende Billigflug-Segment gegeben.

hz FRANKFURT/M. Ein entsprechendes Vorhaben wurde vom Vorstand der im Dax-30 notierten Gesellschaft auf einer routinemäßigen Sitzung am Freitag in Frankfurt befürwortet, hieß es in Unternehmenskreisen. Die Dortmunder Gesellschaft, an der Lufthansa derzeit 24,9 % hält, soll künftig der wachsenden Konkurrenz im Niedrigpreissegment die Stirn bieten. Die Pläne von Eurowings (siehe HB vom 16.7.), mit einer eigenen Billigfluglinie auf den Markt zu gehen, sind damit spruchreif. Es fehlt nur noch das Votum der Gremien von Eurowings, deren Zustimmung bis Anfang August als Formalie gilt.

Kern der neuen Billig-Airline, die Lufthansa-Vorstand Ralf Teckentrup und Eurowings-Chef Friedrich-Wilhelm Weitholz am Freitag dem Vorstand um Konzernlenker Jürgen Weber vorstellte, soll die Chartertochter Eurowings Flug mit ihren fünf Maschinen vom Typ Airbus 319 werden. Die Gesellschaft soll künftig vom Flughafen Köln/Bonn aus Ziele im Mittelmeerraum sowie europäische Metropolen ansteuern. An innerdeutsche Verbindungen sei dagegen vorerst nicht gedacht, hieß es weiter.

Eurowings-Chef Weitholz betonte jedoch, dass sich die Gesellschaft nicht "als Schwert der Lufthansa" sehe. Der ins Lufthansa-Netz integrierte Regionalverkehr von Eurowings bleibt vom Einstieg ins Billigflug-Segment unberührt. Um Überschneidungen mit der Regionalfluggesellschaft zu vermeiden, soll der neue Billigflieger noch einen neuen Namen erhalten. Lufthansa kann ihren Anteil an Eurowings bis 2004 auf 49 % erhöhen. Die größte deutsche Fluggesellschaft steigt damit indirekt in das Billigflug-Segment ein, ohne sich im Kerngeschäft selbst Konkurrenz zu machen.

Etablierte Fluggesellschaften haben in den vergangenen Jahren nicht immer nur gute Erfahrungen mit der Gründung eigener Billigflieger gemacht. British Airways trennte sich bereits wieder von ihrer Tochter Go und die niederländische KLM versucht jetzt mit der Zusammenlegung der Töchter Buzz und Basiq Air auf schwarze Zahlen zu kommen. Luftfahrt-Analyst Uwe Weinreich hält es darum für den Erfolg der neuen Billig-Airline für entscheidend, dass sie völlig unabhängig von der Lufthansa agieren kann.

Lufthansa-Vorstandschef Weber hatte Fragen nach einem eigenen Einstieg in den Markt der Billigfluggesellschaften bisher stets verneint. Tatsächlich verfügt die Gesellschaft nicht über eine entsprechende Kostenstruktur, um in diesem Markt wettbewerbsfähig zu sein. Eurowings ist dagegen nach Ansicht von Weitholz mit seinem Geschäftsmodell wie dafür geschaffen, in diesem Segment Fuß zu fassen. Die Kosten der Fluglinie liegen dem Vernehmen nach deutlich unter dem Niveau der Lufthansa und deren Tochter Lufthansa CityLine.

Im Chartergeschäft wurden die fünf Eurowings Airbus jedoch zuletzt kaum noch ausgelastet, weil die Buchungen wegen der Reiseflaute massiv zurückgegangen waren. Die Regionalfluggesellschaft aus Dortmund erhofft sich nun neue Impulse vom starken Wachstum des Billigflugsektors, den auch Platzhirsch Lufthansa inzwischen immer stärker zu spüren bekommt.

Neben der irischen Low-Cost-Linie Ryanair haben auch die Fluggesellschaften Germania sowie die voraussichtlich bald zum Billigflieger Easyjet zählende Deutsche BA den Preiskampf mit dem deutschen Branchenprimus verschärft. Zudem planen der europäische Reisekonzern TUI sowie der Low-Cost-Carrier Virgin, in den deutschen Markt einzusteigen.

Experten glauben jedoch, dass Eurowings keinen direkten Wettbewerber für die übrigen Billigflieger darstellt, da die Dortmunder und die anderen Low-Cost-Carrier in der Vergangenheit kaum auf den selben Strecken konkurrierten.

Quelle: Handelsblatt

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