Verbot zunächst auf sechs Monate befristet
Brüssel verbietet Tiermehlverfütterung in der EU

Zur Bekämpfung der Rinderseuche BSE ist die Verfütterung von Tiermehl in der gesamten EU ab 1. Januar 2001 verboten.

ddp BERLIN. Darauf einigten sich am Montag die Agrarminister der Mitgliedsländer in Brüssel, wie eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums mitteilte. Das Verbot gelte zunächst für sechs Monate. Allerdings dürfe Fischmehl weiterhin an alle Tiere außer an Wiederkäuer verfüttert werden. Deshalb stimmten Deutschland und Finnland nach Angaben der Sprecherin gegen den Kompromiss.

In Deutschland ist bereits seit Samstag die Verfütterung von Tier- und Fischmehl unbefristet verboten. Ab Mittwoch müssen alle Schlachtrinder, die älter als 30 Monate sind, auf BSE getestet werden. Die Bundesregierung setzte allerdings vorerst eine Eilverordnung nicht um, wonach Kälber auch künftig mit tierischen Fetten wie Schmalz und Talg gefüttert werden dürfen. Zunächst sollten die Beschlüsse von Brüssel abgewartet werden, hieß es.

Die EU wollte außerdem beschließen, dass alle Rinder, die älter als 30 Monate sind, einem BSE-Test unterzogen werden müssen. Außerdem sollen alle mehr als 30 Monate alten Rinder in der EU vernichtet werden, wenn sie nicht auf BSE getestet wurden.

Allerdings sind offenbar nicht alle Bundesländer auf die vorgeschriebenen BSE-Schnelltests ausreichend vorbereitet. So reichen die Testkapazitäten in Niedersachsen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz nicht aus, um pünktlich mit den Tests an Schlachtrindern zu beginnen, wie eine Umfrage des Nachrichtensenders N24 ergab. Für die Tests gewappnet sind die Behörden in Hamburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen. Die übrigen zehn Bundesländer wollen zumindest versuchen, die Dringlichkeitsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums sofort umzusetzen.

Die EU-Kommission will den von der BSE-Krise betroffenen Landwirten finanziell unter die Arme greifen. Nach Angaben von EU-Agrarkommissar Franz Fischler sollen sie einen Wertausgleich von 70 % für ihre von BSE betroffenen Rinder bekommen. Die restlichen 30 % und die Kosten für die Entsorgung müssten hingegen die Mitgliedsstaaten tragen.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) nannte die bisher zugesagten EU-Hilfen ungenügend. DBV-Präsident Gerd Sonnleitner bezifferte die zusätzlichen Kosten der Agrarbetriebe für die Beseitigung von Tierkadavern und Schlachtabfällen auf bis zu 1,7 Mrd DM.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%