Verbraucher-Insolvenzen nehmen deutlich zu
Deutschland droht neuer Pleitenrekord

Die schlechte Wirtschaftslage treibt in Deutschland immer mehr Unternehmen und Privatleute in die Pleite. Im Januar verzeichneten die Insolvenzrichter 42 % mehr Fälle als vor einem Jahr. Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) befürchtet in diesem Jahr einen neuen Pleitenrekord.

Reuters BERLIN. Insgesamt meldeten die Gerichte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch im Januar 8158 Insolvenzfälle - so viele wie nie zuvor in einem Monat. Dabei sei die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um knapp ein Fünftel auf 3245 gestiegen. Die Insolvenzen anderer Schuldner - wie beispielsweise Verbraucher - habe sogar um über 60 % auf 4913 Fälle zugenommen.

Allerdings machen die Statistiker auch die Lage der Feiertage zum Jahresende 2002 für den Anstieg verantwortlich, da die Gerichte über viele Insolvenzanträge von Dezember 2002 wohl erst im Januar 2003 entschieden hätten. Die Gerichte bezifferten die Gesamthöhe der offenen Forderungen auf 3,3 Mrd. ?.

Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen erwartet 2003 zum vierten Mal in Folge eine neue Rekordzahl von Insolvenzen. "Wir rechnen damit, dass dieses Jahr erstmals deutlich über 40 000 Unternehmen Pleite gehen werden", sagte BDIU-Präsident Dieter Plambeck. Im vergangenen Jahr meldeten 37 579 Unternehmen Insolvenz an.

Der Verband beklagt vor allem die schlechte Zahlungsmoral privater und gewerblicher Schuldner, die viele Unternehmen in die Pleite treibe. Knapp zwei Drittel der BDIU-Mitglieder hätten bei einer Umfrage berichtet, dass die Schuldner heute schlechter zahlen als noch vor einem halben Jahr. Neben der Überschuldung verschärfe besonders die hohe Arbeitslosigkeit das Problem.

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