Verbraucher würden zusätzlich belastet
Stromkonzerne gegen Förderung von Kraft-Wärme-Kopplung

Die großen Stromkonzerne lehnen die von der Bundesregierung geplanten Fördermaßnahmen für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) entschieden ab.

dpa BERLIN. Die vorgesehene Zwangsquote und die Subventionierung unwirtschaftlicher Anlagen mit geringem ökologischen Nutzen führe zur Stilllegung wirtschaftlicher Kraftwerke und zur Vernichtung von Arbeitsplätzen, sagte der Vorsitzende des neu gegründeten Verbandes der deutschen Verbundwirtschaft (VdV), Otto Majewski, am Mittwoch in Berlin.

Zu ohnehin bestehenden Überkapazitäten von 10 000 Megawatt kämen subventionierte Anlagen, die vor allem den Kohlebergbau träfen. Zudem würde durch die angestrebte Verdopplung der KWK-Quote mittels Milliardenhilfen des Staates mehr als ein Drittel des deutschen Strommarktes dem Wettbewerb entzogen. Damit sei auch die geforderte vollständige Marktöffnung der Nachbarstaaten gefährdet. "Die KWK- Förderung ist für die Franzosen ein willkommener Anlass, den Spieß umzudrehen", sagte Eon-Manager Majewski. Zudem würden Verbraucher im Endausbau zusätzlich mit 5 bis 10 Mrd. DM belastet.

Die Bundesregierung will zur angestrebten Reduzierung der umweltschädlichen Kohlendioxid-Emissionen den Ausbau der Stromerzeugung in Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung fördern. Dazu soll anstelle des seit Mai geltenden KWK-Gesetzes eine Quotenregelung treten. Dabei wird eine Verdopplung des derzeitigen KWK-Anteils auf 24 % bis zum Jahre 2010 angestrebt. KWK-Technologien werden auch von den großen Verbundunternehmen in der Industrie gebaut. Ziel der Förderung sind im Grunde aber kommunale Anlagen.

Durch die Verdopplung der Stromerzeugung aus KWK würden laut Majewski bis 2010 nach ersten Schätzungen rund 15 000 Megawatt zusätzliche Kapazitäten auf den Markt kommen. Dafür müssten wirtschaftliche Anlagen vom Netz genommen werden. Das KWK-Gesetz bezeichnete Majewski als "Mogelpackung, die mit einer Öko-Attrappe verziert" sei. Eine Förderung müsse aber ökonomisch und ökologisch Sinn machen. Es würden jedoch undifferenziert Anlagen gestützt, die einen geringen Grad der Wärmeerzeugung aufweisen.

Das vorgesehene Gesetz, das nach bisherigen Plänen Anfang Dezember vom Kabinett behandelt werden soll, müsse auch eine Vorgabe für den zu nutzenden Brennstoff sowie dessen Ausnutzung enthalten. Einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten nach Majewskis Angaben nur Anlagen, die auf Erdgasbasis mit einem Energienutzungsgrad von über 70 % betrieben werden. Diese würden aber in der Industrie auch ohne staatliche Förderung wirtschaftlich errichtet und betrieben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%