Verbraucher zügeln ihre Ausgaben
Wall Street schließt nach Konjunkturdaten schwächer

Die US-Aktienmärkte haben am Freitag bei vergleichsweise geringen Umsätzen mit Verlusten geschlossen. Der Dow-Jones-Index ging mit einem Minus von 1,05 % bei 11 005,37 Zählern aus dem Handel. Neue Konjunkturdaten und nach Äußerungen von US-Notenbankpräsdent Alan Greenspan verstärkte Sorgen über die wirtschaftliche Abkühlung in den USA hätten die Börse belastet, sagten Händler.

Reuters NEW YORK. "Die BIP-Zahlen haben Zweifel an der Stärke der Verbraucherausgaben geweckt, vor allem nach den schwachen Daten zum Eigenheimabsatz Anfang der Woche", sagte Barry Hyman, Chef-Investmentstratege bei Ehrenkrantz King Nussbaum. Am Donnerstagabend hatte der US-Notenbank-Chef auf mögliche Risiken in der Konjunkturentwicklung hingewiesen, die von den Märkten ebenfalls negativ aufgenommen worden seien, hieß es auf dem Parkett.

Der Dow-Jones-Index ging mit einem Minus von 1,05 % bei 11 005,37 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500-Index beendete die Sitzung mit einem Minus von 1,18 % auf 1 277,90 Punkte, während der technologielastige Nasdaq Composite Index um 1,36 % auf 2 251,06 Zähler nachgab.

Wie das US-Handelsministerium am Nachmittag bekannt gab, ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) in den USA im Vergleich zum Anfangsquartal des Vorjahres real um lediglich 1,3 % statt der ursprünglich geschätzten 2,0 % angestiegen. Volkswirte hatten dagegen mit einer Revision auf 1,5 % gerechnet. Die Daten zeigten, dass die Verbraucher ihre Ausgaben weiter zügelten, sagte Peter Cardillo, Director of Research bei Westfalia Investments. Mit einem Rückgang von 5,0 % im April hatten sich auch die Auftragseingänge für langlebige Güter unerwartet schwach präsentiert.

Die Lagerbestände in den USA wurden dagegen so schnell abgebaut wie seit 18 Jahren nicht mehr und verringerten sich auf das Jahr hochgerechnet um ein Volumen von 18,9 Mrd. $. Dies lässt Analysten zufolge einen positiveren Ausblick auf die Konjunkturentwicklung zu.

Die Phase aggressiver Zinssenkungen der US-Notenbank Fed könnte sich Marktbeobachtern zufolge ihrem Ende nähern. Von der Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) im Juni erwarten Experten allerdings noch einmal eine Senkung der Leitzinsen. Fed-Chef Alan Greenspan hatte in der Nacht zum Freitag gesagt, die US-Wirtschaft sei noch nicht über den Berg. Sie drohe sich sogar stärker abzuschwächen als derzeit angenommen. Greenspan sagte aber auch, die bereits umgesetzten deutlichen Leitzinssenkungen der Fed dürften die Wirtschaft bis Jahresende substanziell unterstützen.

Unter den Technologietiteln gaben die Titel des Netzwerkherstellers Cisco um 3,75 % auf 22,05 $ nach, während der Softwareriese Oracle ein Minus von 4,57 % auf 16,51 $ verzeichnete.

Der Dow Jones wurde von General Electric -Aktien belastet, die um 2,82 % tiefer bei 49,95 $ notierten. Der Elektrokonzern hatte zusammen mit Goldman Sachs dem angeschlagenen Finanzdienstleister Finova ein Übernahmeangebot gemacht.

Bei Umsätzen von rund 0,8 Milliarden Aktien schlossen an der Wall Street 1 388 Titel fester, 1 632 schwächer und 217 unverändert. An der Nasdaq wurden rund 1,38 Milliarden Titel gehandelt. Dabei standen 1 849 Kursgewinnern 1 954 Verlierer gegenüber und 374 Titel schlossen unverändert. Am US-Rentenmarkt notierten die richtungweisenden 30-jährigen Bonds zuletzt um 4/32 leichter und brachten eine Rendite von rund 5,85 %.

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