Verbraucherausgaben wuchsen langsam
Volkswirte rechnen heute mit Zinssenkung um 25 Basispunkte

Der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank Fed wird bei seiner Sitzung am heutigen Dienstag voraussichtlich den wichtigsten Zinssatz, den so genannten Interbanken-Zinssatz, um 25 Basispunkte auf 3,5% senken. Dies geht aus einer Umfrage unter Wall-Street Volkswirten hervor.

dpa-AFX WASHINGTON. Das wäre der niedrigste Stand seit April 1994. Zu Beginn des Jahres betrug der Leitzins noch 6,5%. Die Entscheidung wird für 20.15 Uhr MESZ erwartet. Darüber, ob die Fed im weiteren Jahresverlauf ihre Zinsen weiter senken werde, herrscht unter den Experten jedoch Unklarheit.

"Wir glauben, dass dies die vorerst letzte Zinssenkung wird", sagte der Analyst Joshua Shapiro vom amerikanischen Bankhaus Maria Fiorini Ramirez. "Die Wirtschaft schwächelt zwar im Augenblick, aber das wird sich bessern - wenn auch langsam", sagte Shapiro. Daher gebe es keinen Grund für die Fed, die Leitzinsen weiter zu reduzieren. Die stabilen Immobilien- und Arbeitsmärkte nannte Shapiro als Symptome für die von ihm erwartete wirtschaftliche Erholung.

Bears Sterns erwartet weitere Leitzinssenkungen

Die Volkswirte von Bear Stearns erwarten dagegen, dass die Serie der Leitzinssenkungen vorerst nicht abreißen wird. Für das Ende des ersten Quartal 2002 erwarten sie ein Zinsniveau von 2,75% und die Analysten von Goldman Sachs rechnen für Mitte des kommenden Jahres mit einem Leitzins von 3,0%. Ähnlicher Ansicht ist der Analyst Rus Shelton vom kanadischen Bankhaus Nesbitt Burns: Die globale wirtschaftliche Abschwächung werde voraussichtlich energische Zinssenkungen aller namenhaften Notenbanken notwendig machen, sagte Shelton.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA war im ersten Quartal bereits relativ schwach um 1,2% gewachsen. Im zweiten Quartal verlangsamte sich die Zunahme dann auf 0,7%. Das war das niedrigste Wachstum seit mehr als acht Jahren. Ausschlaggebend dafür war der Rückgang bei Investitionen der Industrie in Ausrüstungsgüter und Computer-Software.

Außerdem wuchsen die Verbraucherausgaben etwas langsamer. Sie stützen zu zwei Dritteln die Wirtschaftsleistung. Das US-Handelsbilanzdefizit ging im Juni nach zwei rückläufigen Monaten wieder nach oben. Es stieg auf 29,4 Mrd. USD. Die Exporte fielen mit 86 Mrd. USD auf das niedrigste Niveau seit 16 Monaten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%