Verbrauchernachfrage zu gering
Schnelleres Wachstum in der Eurozone

In der zweiten Jahreshälfte wird sich die konjunkturelle Dynamik in der Eurozone beschleunigen und das Wachstumspotenzial erreichen oder sogar darüber liegen, meint EU-Wirtschaftskommissar Pedro Solbes.

vwd BRÜSSEL. Am heutigen Mittwoch veröffentlichte Pedro Solbes einen Bericht über die Wirtschaftsentwicklung der Eurozone im ersten Quartal 2002. Er weist zwar auf bleibende Risiken für die Weltwirtschaft hin, sieht aber dennoch Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung des Industriesektors. Allerdings bezeichnet Solbes die Verbrauchernachfrage im Vergleich zu den USA als noch zu gering.

Sie werde zunächst nur moderat zur positiven Entwicklung beitragen, die in der ersten Hälfte des Jahres nur langsam anspringen werde, heißt es in seinem Bericht. Die beginnende Erholung führt Solbes vor allem auf die nachlassende Spannung nach der Reihe "globaler Schocks" im vergangenen Jahr zurück sowie auf eine Anpassung des Policy-Mix und das wieder zunehmende Vertrauen der Unternehmen und Verbraucher.

Spezielle Aufmerksamkeit hat die Kommission der Entwicklung der Verbraucherpreise gewidmet. Die im Januar in der Eurozone um 0,5 Prozent gegenüber Dezember gestiegenen Preise werden vor allem auf die hohen Gemüsepreise bedingt durch schlechte Witterungsverhältnisse zurückgeführt sowie auf einen Anstieg der Tabaksteuern. Die Einführung des Euro hat laut Kommission lediglich mit höchstens 0,16 Prozentpunkten zur Teuerung beigetragen. Der Druck auf die Verbraucherpreise wird aber nach Einschätzung der Kommission generell gering bleiben.

Solbes weist in seinem Bericht auf die Notwendigkeit hin, die Wirtschaftspolitik in der Eurozone noch stärker zu koordinieren. Auch die öffentliche Debatte darüber muss nach seiner Auffassung mehr Qualität erhalten. Um zu diesem Ziel beizutragen, will die Kommission regelmäßig pro Quartal einen Bericht über die weitere Entwicklung vorlegen. Die kommenden Berichte kündigte Solbes für Ende Juni, Ende September und Ende Dezember an.

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