Verbraucherschützer sind skeptisch: Gebühren für EU-Überweisungen sollen fallen

Verbraucherschützer sind skeptisch
Gebühren für EU-Überweisungen sollen fallen

Mehr als ein Jahr nach Einführung des Euro können Bankkunden auf sinkende Gebühren für Geldüberweisungen in andere EU-Länder hoffen. Deutsche, Dresdner, Post - und Commerzbank sowie die Sparkassen und Volksbanken kündigten am Montag an, von Juli an für die EU-Staaten nur noch den wesentlich niedrigeren Satz für inländische Geldtransfers in Rechnung zu stellen.

HB/dpa FRANKFURT. Damit setzen sie eine EU-Verordnung um, die zu diesem Zeitpunkt in Kraft tritt. Die Vorteile der Einheitswährung kommen dann auch beim Verbraucher an.

Bei Dresdner, Commerzbank und Postbank soll ein bestimmtes Kontingent an Überweisungen kostenfrei sein - egal ob innerhalb Deutschlands oder in die EU-Zone. Dafür ist die pauschale Kontoführungsgebühr zu entrichten, die mehrere Dienstleistungen abdeckt. Beim Branchenprimus Deutsche Bank kostet der Überweisungsschein in die EU-Länder künftig wie im Inland 0,26 Euro, Online-Kontobesitzer zahlen 1,53 Euro. Bei den Sparkassen soll nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) der zu entrichtende Obolus je nach Institut zwischen 0,20 und 1 Euro schwanken. Auch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken versprach, künftig gelte das niedrigere Inlandsniveau auch für das EU-Ausland.

Es bleibt nach Ansicht von Verbraucherschützern allerdings abzuwarten, ob die Banken wirklich ganz auf ihre einst lukrative Gebührenquelle verzichten. Den Instituten stehen dabei verschiedene Hintertürchen offen. "Es könnte zum Beispiel sein, dass künftig bei Empfängern von Überweisungen - neben den Kosten für den Absender - zusätzlich Gebühren anfallen", sagte der Finanzexperte vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Manfred Westphal. Auch höhere monatliche Pauschalen für Girokonten seien denkbar.

Die Verbraucherschützer hatten zuvor befürchtet, dass die Gebühren für die Inlandsüberweisung hoch geschraubt werden, um die Brüsseler Vorgabe zu erfüllen. Dazu hatten sie Grund. Eine frühere Bestimmung aus Brüssel zur Geldautomaten-Nutzung hatten die Institute zu ihren Gunsten ausgelegt: Hier wurden die Abgaben für die Dienstleistung im Inland erhöht - die Brüsseler hatten schließlich nur "ein gleiches Gebührenniveau" im In- und EU-Ausland verlangt.

"Wir sind positiv überrascht über die Ankündigungen - jetzt müssen wir nur abwarten, ob die Versprechen in die Tat umgesetzt werden", betonte Westphal. Er forderte die Kreditinstitute auf, allen Kunden schnell die neuen und international gültigen Kontonummern (IBAN) und Bankleitzahlen (BIC) mitzuteilen. Nur wenn ein Kunde diese Zahlenreihen kennt, wird die Überweisung günstig. Ohne diese Angaben, fallen vermutlich die bislang geltenden Sätze an - dies bedeutet drei Euro bis zum Extremfall von 105 Euro.

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