Verbraucherschützer warnen Kunden vor Nachteilen
Nach Wegfall des Rabattgesetzes kein großes Feilschen im Handel

Nach dem Wegfall des Rabattgesetzes haben die Verbraucher am Mittwoch zuächst keine große Lust aufs Feilschen gezeigt. "Es war ein völlig normaler sommerlicher Mittwoch", sagte Hubertus Pellengahr vom Hautverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) in Berlin.

afp BERLIN. Die Kunden hätten eher zu Sonderangeboten etwa bei Textilien gegriffen, anstatt um Prozente zu verhandeln. Nach Einschätzung des HDE werden in Zukunft vor allem Kundenbindungssysteme einzelner oder mehrerer Unternehmen wie Rabattkarten ein größere Rolle spielen. Verbraucherschützer warnten Kunden vor Nachteilen durch den Wegfall des Rabattgesetzes und rieten zu Preisvergleichen. Nach Angaben einer Karstadt-Sprecherin wurden in den rund 200 Filialen keine individuellen Rabatte gegeben. Die Verkäufer wiesen fragende Kunden darauf hin, dass die Preise knapp kalkuliert seien. Dies sei von den Verbrauchern akzeptiert worden.

Auch in den 131 Filialen von Kaufhof gab es keinen Ansturm von Rabattjägern. "Es hat kein Kunde versucht zu feilschen", sagte eine Sprecherin in Köln. Bei Karstadt und Kaufhof werden den Angaben zufolge die Verbraucher vor allem mit Kundenkarten in den Genuss von Preisnachlässen kommen. Nach Angaben von Pellengahr werden bei den Rabattkarten "die Großen die Nase vorn" haben. Für den Mittelstand werde es schwierig, der geballten Marktmacht der großen vergleichbar attraktive Angebote entgegenzustellen, sagte der HDE-Sprecher im Fernsehsender n-tv. Mittelständische Unternehmen müssten deshalb versuchen, sich zusammenzuschließen und gemeinsam Kundenkarten herauszugeben. Für Preisnachlässe gebe es vor allem im Lebensmitteleinzelhandel kaum Raum. Auch bei Discounter oder Elektromarkt-Ketten würden die Kunden wegen knapp kalkulierter Preise voraussichtlich meist auf Granit beißen.

Nach Ansicht von Verbraucherschützern wird durch den Wegfall des Rabattgesetzes das Einkaufen zunächst schwieriger. "Der Verbraucher muss sich gründlich informieren und Preisleistungsvergleiche zwischen den verschiedenen Anbietern machen", sagte Edda Müller vom Bundesverband der Verbraucherzentralen im InfoRadio Berlin-Brandenburg. Denn Händler könnten die Preise zunächst erhöhen, um im Anschluss dann großzügig Nachlässe zu gewähren.

Der Bundesgeschäftsführer der Verbraucherinitiative, Georg Abel, riet Kunden zu einer genauen Prüfung von Bonusprogrammen. So sollten Verbraucher überlegen, ob sie die Angebote überhaupt gebrauchen könnten und welchen Aufwand sie dafür betreiben müssten. Der Europaverband der Selbstständigen warnte in diesem Zusammenhang davor, persönliche Daten "allzu blauäugig" herauszugeben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%