Verbrauchervertrauens-Index lässt Kurse steigen
Die Wall Street macht Anlegern wieder Freude

Nach einem freundlichen Start haben die Aktien am Dienstag weiter zulegen können. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte schloss 2,68 Prozent oder 260,01 Punkte höher auf 9 947,54 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 2,56 Prozent auf 1182,19 Zähler, während der technologielastige Nasdaq-Composite-Index 2,80 Prozent auf 1972,28 Zähler stieg.

dpa-afx/rtr NEW YORK. Händler führten den starken Kursgewinne am dritten Tag in Folge auf den überraschend hohen Verbrauchervertrauens-Index zurück, der am Dienstag in Washington kurz nach Börsenbeginn veröffentlicht worden war. Das konjunkturelle Stimmungsbarometer des Conference Board zeigte für den Monat März 117,0 gegenüber erwarteten 104,0 an und wies damit eine überraschend deutliche wirtschaftliche Zuversicht aus. Eine "rosige Prognose" werde allgemein als Triebkraft für größere Ausgaben angesehen, hieß es.

Jedoch hat nach Einschätzung führender amerikanischer Analystenhäuser der Anstieg des Verbrauchervertrauens-Index die Chancen auf eine außerordentliche Senkung der Leitzinsen durch die US-Notenbank wiederum verringert. Damit sinke die Wahrscheinlichkeit, dass deren Offenmarktausschuss vor seiner nächsten regulären Sitzung am 15. Mai die Leitzinsen nochmals senken werde, sagte Chef-Ökonom Richard Rippe von der Investmentbank Prudential Securities am Dienstag. Die Fed hatte zuletzt am 20. März die Leitzinsen um 50 Basispunkte auf 5,0 Prozent ermäßigt.

Delta Airlines hat trotz Streiks kein Problem an der Börse

In der Gunst der Anleger standen erneut die Aktien der größten Baumarkt-Kette der USA Home Depot . Der Titel gewann am Dienstag wegen der Beibehaltung der Kauf-Empfehlung von Merrill Lynch 5,10% und ging mit 43,46 $ aus dem Handel.

Auch AT&T gehörten zu den Gewinnern, nachdem Gerüchte laut wurden, der Telekommunikationskonzern verhandele mit British Telecom über eine Zusammenlegung ihrer jeweiligen Geschäftskundenbereiche. AT&T kosteten 22,94 $und damit 1,87 % mehr als am Vortag. Delta Air Lines lagen ebenfalls mit 1,59 % bei 40,33 $ im Plus. Anleger ließ der Piloten-Streik bei der Tochtergesellschaft Comair doch recht kalt.

Spekulationen über Herabstufung von Lucent

Auf der Verkaufsliste ganz oben stand am Dienstag der Pharmatitel Johnson & Johnson . Der Konzern gab offiziell bekannt, dass man für die Übernahme des Medikamentenlieferanten Alza Corp 10,5 Mrd. $ in Aktien auf den Tisch legen will. Johnson & Johnson verloren am Ende 2,49% auf 83,25 $.
Der Telekom-Ausrüster Lucent Technologies sank 2,42 % auf 11,70 $. Berichte machten die Runde, dass Lucent wegen der hohen Schulden die Herabstufung durch die Rating-Agenturen auf "Junk-Bond"-Status drohe.

Greenspan-Rede überrascht die Börse

Auch an der Nasdaq wurde der positive Einfluss der guten Konjunkturdaten hervorgehoben. Überrascht wurden die Börsianer zudem von einer Rede Alan Greenspans. Der US-Notenbankchef äußerte sich nicht zur Konjunktur, sonder sprach sich für bessere statistische Messinstrumente aus. Damit könnten Analysten ein deutliches Bild davon bekommen, inwiefern neue Technologien der US-Wirtschaft zugute kämen. Die neuen Technologien seien sehr komplex und nicht einfach zu verstehen - damit müssten sich aber Analysten tagtäglich auseinandersetzen, sagte Grennspan. Deshalb seien neue und umfangreicherer Bewertungsmaßstäbe notwendig.

Die Aktie des Herstellers von Computernetzwerk-Systemen Sun Microsystems verteuerte sich um 0,99 % auf 17,41 $. Das Unternehmen hat von der Technischen Universität Aachen einen Auftrag zum Bau von "einem der größten Supercomputer der Welt" erhalten. Sun Microsystems werde in den kommenden zwei Jahren insgesamt 32 seiner Sun-Fire-6800-Server mit dem eigenen Betriebssystem Solaris an der Universität aufstellen.

Das Agrar- und Biotechnologieunternehmen Embrex hat im eigenen Europageschäft Unterschlagungen aufgedeckt. Dadurch war Embrex gezwungen, die Ertragsaussichten für das vierte Quartal im Geschäftsjahr 2000 sowie für das Gesamtjahr nach unten zu korrigieren. Der Markt korrigierte den Aktienkurs ebenfalls nach unten: Das Papier büßte 16,36 % auf 11,50 $ ein.

Vitesse Semiconductor Corporation , die bereits vorbörslich stark unter Druck standen, mussten deutliche Verluste hinnehmen. Die Aktie verbilligte sich um 14,36 % auf 29,06 $. Der Halbleiterhersteller hatte auf Grund der weiterhin schwachen Auftragslage seine Gewinnerwartung für das zweite Quartal von 21 bis 22 Cent auf zehn bis elf Cent je Anteilsschein reduziert.

Intel Corp litten zumindest zu Handelsbeginn ebenso wie Texas Instruments und Advanced Micro Devices unter den Aussagen der Analysten der Investmentbank Prudential Securities. Die Experten hatten für alle drei Unternehmen die Gewinnerwartungen reduziert. Prudential Securities erwartet im Bereich Chipverkauf im kommenden Quartal einen Rückgang um 10 % im Vergleich zum vorangegangenen Quartal. Für Intel reduzierten die Experten ihre Umsatzprognose für das Gesamtjahr von 27,3 Mrd. $ auf 26,85 Mrd. $. Intel verlor anfangs deutlich, holte dann aber wieder kräftig auf und ging mit einem Plus von 3,75 % auf 29,38 $ aus dem Handel; Advanced Micro Devices schafften ebenfalls mit Plus 3,31 % auf 29,69 $ den Sprung in die Gewinnzone. Texas Instruments rutschten dagegen um 0,68 % auf 36,25 $ ab.

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