Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Serbengeneral des Völkermords schuldig gesprochen

Das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat am Donnerstag den früheren General der bosnischen Serben, Radislav Krstic, des Völkermords schuldig gesprochen und ihn zu 46 Jahren Haft verurteilt.

Reuters DEN HAAG. Das ist die längste Haftstrafe, die das Gericht bislang verhängte. Krstic war unter anderem des Völkermords und des Verbrechens gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges angeklagt. Das Gericht hielt ihn für schuldig, an der Ermordung von mehr als 8 000 moslemischen Männern und Jungen in Srebrenica 1995 beteiligt gewesen zu sein. Die Anklage hatte in allen acht Anklagepunkten lebenslange Haftstrafen gefordert. Krstic hatte während des 94-tägigen Prozesses auf nicht schuldig plädiert.

Die Stadt Srebrenica war trotz ihres Status als UNO-Schutz-Zone am 11. Juli 1995 in die Hand der Serben gefallen. Viele der moslemischen Männer und Jungen wurden auf der Flucht getötet. Andere wurden in der Stadt von den Frauen und Mädchen getrennt und erschossen, gefoltert oder enthauptet. Bislang wurden etwa 4 500 Leichen in Massengräbern entdeckt.

Krstic unterstand direkt dem Oberkommandeur der bosnisch- serbischen Truppen, Ratko Mladic. Mladic ist neben dem damaligen Präsidenten der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, die bekannteste Person, die von dem UNO-Tribunal wegen der Verbrechen während des Bosnien-Krieges 1992 bis 1995 gesucht wird. Ebenfalls angeklagt ist der frühere jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic, der im Juni nach Den Haag ausgeliefert wurde. Ihm werden die Gräuel des Kosovo-Krieges angelastet.

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