Verbriefte Form des Stillhaltergeschäfts
Discount-Zertifikate: Preisabschlag als Risikopuffer

Mit Fonds oder Index-Zertifikaten lässt sich nur Geld verdienen, wenn die unterliegenden Märkte oder Aktien steigen. Doch was ist, wenn die Börsen nachgeben oder seitwärts dümpeln - muss man dann zwangsläufig auf jegliche Renditeperspektiven verzichten?

Glücklicherweise nicht, schließlich gibt es Discount-Zertifikate. Diese unterscheiden sich von klassischen Index-Zertifikaten bzw. Aktien dadurch, dass sie einerseits eine begrenzte Laufzeit (in der Regel 3 bis 18 Monate) haben und andererseits die Rückzahlung von vorneherein auf einen Höchstbetrag (CAP) begrenzt ist. Daraus ergeben sich zur Fälligkeit zwei Szenarien:

  • Der Bezugswert notiert auf oder über dem Höchstbetrag: Das Discount-Zertifikat wird zum Höchstbetrag zurückgezahlt.
  • Der Bezugswert notiert unter dem Höchstbetrag: Der Anleger bekommt den Bezugswert geliefert bzw. den aktuellen Kurs ausbezahlt.



Als Ausgleich für das limitierte Rendite-Potenzial ist ein Discount-Zertifikat stets billiger als sein Bezugswert (Aktie oder Index). So könnte zum Beispiel ein in 18 Monaten fälliges und mit einem Höchstbetrag von 110 Euro ausgestattetes Discount-Zertifikat nur 80 Euro kosten, während die entsprechende Aktie dann bei 100 Euro notiert. Der Abschlag beträgt also 20 Euro oder 20 Prozent.

Maximale Rendite schneller erreicht als beim Direktinvestment

Damit ist die Perspektive klar; das Zertifikat kann im besten Fall von 80 auf 110 Euro steigen. Mehr als diese 37,5 Prozent Rendite sind nicht drin. Der Clou ist aber, dass die Aktie dafür bis zur Fälligkeit des Discount-Zertifikates nur um 10 Prozent von 100 auf 110 Euro steigen muss. Und selbst wenn die Aktie in 18 Monaten wieder bei 100 Euro notiert, also per saldo unverändert, verdient das Discount-Zertifikat noch Geld. Es ist dann eben diese 100 Euro wert, doch angesichts des Einstiegskurses von 80 Euro ergibt das immer noch 25 Prozent Plus - ein Direktinvestment hätte mit ±0 geendet.

Reduziertes Verlustrisiko

Auf der anderen Seite wirkt der 20-prozentige Discount als Verlustpuffer. Denn erst wenn die Aktie bis zur Fälligkeit um über 20 Prozent auf unter 80 Euro gefallen ist, hat das Discount-Zertifikat weniger Wert als heute. Doch auch unterhalb dieser Verlustschwelle schneidet das Zertifikat stets besser ab als die Aktie selbst. Nur wenn die Aktie stark zulegt - mehr als 37,5 Prozent, die maximale Rendite des Discount-Zertifikates -, wäre eine Direktanlage die bessere Lösung gewesen.

Der Höchstbetrag bestimmt das Chance/Risiko-Profil

Die entscheidende Stellschraube für das Chance-Risiko-Profil ist somit der Höchstbetrag. Je höher dieser liegt, umso größer ist die Rendite-Chance; je kleiner er gewählt wird, umso größer fällt der Risikopuffer aus. Mit einem Discount-Zertifikat, dessen Höchstbetrag sehr deutlich unter dem aktuellen Kurs des Bezugswertes liegt, können Anleger selbst bei stark fallenden Kursen noch attraktive Renditen erwirtschaften.

Verbrieftes Stillhaltergeschäft

Von der Theorie her sind Discount-Zertifikate die verbriefte Form des Stillhaltergeschäfts: Man kauft den Bezugswert und verkauft gleichzeitig eine Kauf-Option. Die dabei vereinnahmte Prämie entspricht dem Discount. Die Investition in Discount-Zertifikate ist also umso attraktiver, je stärker die Börsen schwanken - hohe Volatilitäten sorgen für hohe Optionsprämien und stattliche Discounts. Außerdem ist zu beachten, dass das beschriebene Chance/Risiko-Profil nur gilt, wenn das Discount-Zertifikat bis zur Fälligkeit gehalten wird.

Dieser Textbeitrag wurde von der Redaktion des ZertifikateJournals in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank erstellt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%