Verbund mit Jahresumsatz von 20 Mrd. Kronen: Norweger bilden größten Werftkonzern Europas

Verbund mit Jahresumsatz von 20 Mrd. Kronen
Norweger bilden größten Werftkonzern Europas

Die norwegischen Konzerne Kvaerner und Aker RGI legen ihre Schiffbauaktivitäten weltweit zusammen. Für die beiden ostdeutschen Schiffbaubetriebe, die Kvaerner Warnow Werft (KWW) in Rostock und die Aker-MTW-Werft in Wismar, soll es "bedeutende und sofortige Synergieeffekte" geben.

dpa OSLO/ROSTOCK. Wie Kvaerner am Montag in Oslo mitteilte, entsteht durch die Bildung von "Aker Kvaerner Yards AS" der größte Schiffbaukonzern Europas und der viertgrößte der Welt.

"Wir versprechen uns erhebliche Vorteile von diesem Schritt", sagte der Vorsitzende der KWW-Geschäftsführung, Peter Viergutz. Zwischen beiden Werften seien vor allem in den Bereichen Einkauf und Personal sowie bei den Produktsegmenten Synergieeffekte zu finden. Zu möglichen Auswirkungen auf den Personalbestand wollte der Werft-Chef keine detaillierten Angaben machen. Dafür sei es noch viel zu früh. Es werde nun aber keine großen Entlassungswellen geben. Viergutz rechnet nicht mit einer Fusion der beiden Werften.

Insgesamt arbeiten in dem neuen Verbund mit 14 Tochterbetrieben in Norwegen, Deutschland, Finnland und den USA sowie Brasilien 13 500 Beschäftigte mit einem Jahresumsatz von 20 Mrd. Kronen (2,6 Mrd. ?). In Warnemünde sind 1 250 Mitarbeiter beschäftigt und in Wismar 1 380. Beide Unternehmen waren von den norwegischen Unternehmen im Zuge der Privatisierung früherer DDR-Staatsbetriebe übernommen worden.

Einsparungen von mehr als 250 Mill. Kronen erwartet

Der Vorstandschef von Kvaerner und künftige Aufsichtsratschef von Aker Kvaerner Yards, Helge Lund, kündigte im Rundfunk an, die bei den deutschen Werften "besonders deutlichen und und sofort möglichen Synergieeffekte" zu nutzen. Ein fertiger Plan werde bis Ende 2002 vorliegen. Insgesamt rechne man mit Einsparungen durch Synergieeffekte von mehr als 250 Mill. Kronen.

"Die Synergieeffekte in Deutschland ergeben sich schon aus der geografischen Nähe der beiden Werften. Es geht vor allem um das Engineerung und das Management", sagte Lund weiter. MTW und Warnow zusammen könnten sich nun größere Aufträge auch für größere Schiffe bemühen, die bisher allein nicht zu bewältigen waren. Lund sagte weiter auf Anfrage: "Es wird als Ergebnis dieses Zusammengehens keinen Abbau von Arbeitsplätzen geben."

Der seit den neunziger Jahren kriselnde Kvaerner-Konzern hatte mehrere Jahre vergeblich versucht, alle eigenen Werftaktivitäten zu verkaufen und sich ganz auf das derzeitige Kerngeschäft als Anlagenbauer bei der Öl- und Gasförderung zu konzentrieren. Diese Verkaufspläne wurden auf Eis gelegt, nachdem der Alleineigner des schärfsten Kvaerner-Konkurrenten Aker, Kjell Inger Røkke, Ende letzten Jahres nach zähen Auseinandersetzungen die Aktienmehrheit und damit die Macht bei Kvaerner übernehmen konnte.

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