Verbundlösungen für den Mittelstand zeichnen sich ab
E-Learning: Auf dem Weg zur lernenden Organisation

Mit dem Einsatz von E-Learning wollen Unternehmen nicht nur vorhandenes Wissen verfügbar machen, sondern auch ausloten, welches Wissen noch nicht vorhanden ist, aber zukünftig benötigt wird und wie diese Wissensdefizite beseitigt werden können.

SAARBRÜCKEN. Unternehmen schließen sich zu Weltkonzernen zusammen und müssen deshalb sehr schnell ihre Mitarbeiter global mit aktuellem Wissen versorgen, um die weltweite Implementierung der Konzernstrategie sicherzustellen. Nur ein gezielter Informations- und Wissenstransfer, der sehr individuell auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter zugeschnitten sein muss, kann Innovation, Geschwindigkeit und Profitabilität gewährleisten.

Zielsetzung von Knowledge Management-Konzepten ist es, das vorhandene Wissen in den Unternehmen systematisch zu erschließen und zielgruppenspezifisch verfügbar zu machen. Dieser in den letzten Jahren viel propagierte Lösungsansatz hat zu einem besseren Problembewusstsein im Umgang mit der Ressource Wissen geführt. Mit der Einführung von eigenen Knowledge Management-Verantwortungsbereichen in Unternehmen wie zum Beispiel des Chief Knowledge Officers und der Entwicklung von Knowledge Management-spezifischen Informationssystemen scheint die dauerhafte Etablierung dieses Themas erreicht.

Unternehmen bauen zunehmend auf Online-Akademien und Corporate Universities

Darüber hinaus stellt sich aber auch die Frage, welches Wissen in den Unternehmen nicht vorhanden ist, aber zukünftig benötigt wird und wie diese Wissensdefizite beseitigt werden können. In diesem Fall handelt es sich um eine klassische Aufgabe der Weiterbildung beziehungsweise Personalentwicklung in Unternehmen. Vor diesem Hintergrund gehen immer mehr Unternehmen dazu über, für ihre Führungskräfte und Mitarbeiter eigene (virtuelle) Corporate Universities und Online-Akademien aufzubauen. In Deutschland sind dies beispielsweise Unternehmen wie DaimlerChrysler, Deutsche Lufthansa, Deutsche Bank, mg technologies, Merck und SAP. Sie bilden Partnerschaften mit Business Schools wie Harvard, Insead oder IMD auf der Basis von langfristigen Lernallianzen.

Verbundlösungen für den Mittelstand

Aber auch mittelständische Unternehmen investieren zunehmend in E-Learning. Unternehmen wie Festo oder Kaeser Kompressoren zählen zu den Vorreitern im Einsatz von E-Learning. Generell zeichnen sich für den Mittelstand Internet-basierte E-Learning-Verbundlösungen ab, in dem die Aktivitäten unter einem gemeinsamen Dach koordiniert werden, um die Investitionsaufwendungen für die einzelnen Unternehmen zu reduzieren.

Durch den Einsatz der Neuen Medien unter Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien kann es nun gelingen, die bisherige Trennung zwischen Arbeiten und Lernen zu überwinden. Es findet eine Vermischung statt. Wissensvermittlung wird mittels Internet-Technologien in die tägliche Arbeit eingebunden. Damit erhalten wir die Chance, wirklich von einer lernenden Organisation zu sprechen.

Die verschiedenen Formen der medienbasierten Aus- und Weiterbildung werden maßgeblich durch die verwendeten Lerntechnologien bestimmt. Multimediale Telematikdienste, häufig mit E-Learning, Telelearning, Teleteaching, Teletutoring, Distance Learning, Virtual Classroom oder Learning on demand bezeichnet, können als Chance betrachtet werden, die Bildungs- und Qualifizierungsprobleme zu lösen.

Institutionell handelt es sich in Abhängigkeit von den Zielgruppen, den Lernangeboten und dem Geschäftsmodell dann um eine virtuelle Universität, Online Akademie oder virtuelle Corporate University. Dabei hat sich der Begriff "virtuelle Lern- und Wissenswelt" als Überbegriff für diese einzelnen Ausprägungen etabliert.

Größere Individualität, aber auch größere Erfolgskontrolle

Die neuen Medien erweitern nicht nur die klassische Wissensvermittlung um zusätzliche multimediale Elemente. Sie ermöglichen vor allem den zeit- und ortsungebundenen Zugriff auf Wissen. Die Lernenden können so flexibel und bei Bedarf die multimedialen Bildungsangebote unabhängig von tradierten Zeitrastern kosteneffizient nutzen, ohne auf Kommunikation und Interaktion verzichten zu müssen. Unternehmen können dadurch eine homogene und schnelle Distribution von Wissen realisieren. Learning Communities ermöglichen den Wissenstransfer zwischen allen relevanten Akteuren.

Lernen wandelt sich vom meist passiven und anonymen Konsum in Präsenzveranstaltungen hin zum individuellen Lernprozess, bei dem die Lernenden ihre Lernumgebung, die Lernschritte und Lernzeiten und das Lerntempo individuell und autonom gestalten können. Dies fördert die Entwicklung einer Lern- und Arbeitskultur, die von den Lernenden selbst getragen und weiterentwickelt wird. Über die räumliche und zeitliche Entkopplung der Wissensvermittlung hinaus, eröffnen die Imaginations- oder Cyberpotentiale interaktiver Multimediasysteme vielfältige Chancen zur didaktisch-pädagogischen Anreicherung, Belebung und Neugestaltung von Lern- und Wissensinhalten.

Gegenüber den konventionellen Unterrichtsformen, wie zum Beispiel Seminare, können durch die multimediale Darstellung komplexe Sachverhalte verständlich gemacht werden. Weiterhin eröffnen solche Lernsysteme den Lernenden eine effiziente Lernerfolgskontrolle. Teletutoren, die mittels E-Mail oder Videokonferenz für Rückfragen zur Verfügung stehen, gewährleisten eine individuelle Betreuung der Lernenden.

Dr. Wolfgang Kraemer ist Mitgründer sowie Geschäftsführer des E-Learning Unternehmens imc GmbH und dort verantwortlich für den Geschäftsbereich Consulting. Er ist zudem Leiter der Schmalenbach-Arbeitsgruppe "Corporate Universities".

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