Verdacht auf Bänderanriss bei Nowotny
Wieder kein Big-Point für Bayer

Der Jubel über den "Last-Minute"-Treffer von Ulf Kirsten war größer als der Frust über den vergebenen "Big Point" in der Champions League. "Die Mannschaft ist bis an die Schmerzgrenze gegangen, darauf muss man stolz sein. Da ist das Ergebnis auch mal zweitrangig", befand Trainer Klaus Toppmöller nach dem in letzter Minute gesicherten 1:1 (0:0) gegen Arsenal London.

dpa LEVERKUSEN. Mit dem Remis gegen den elfmaligen englischen Meister bleibt Bayer Leverkusen im Kampf um den Viertelfinaleinzug zwar weiterhin im Rennen, hat aber im punktgleichen Viererfeld bei noch zwei anstehenden Auswärtsspielen kein leichtes Restprogramm.

"Sicher haben wir noch eine Chance, aber es wird sehr, sehr schwer für uns", meinte Torjäger-Oldie Kirsten nach seinem Ausgleichstor in der 90. Minute. Drei Tage nach dem "Elfer-Frust" von St. Pauli mit dem vergebenen Punkte-Dreier hatten die Rheinländer in der europäischen Fußball-Königsklasse das späte Glück diesmal auf ihrer Seite. Für einen wichtigen Sieg gegen das Starensemble von Arsenal reichte es aber auch diesmal nicht.

"Um eine solche Klassemannschaft in die Knie zu zwingen, hätten wir 10 bis 15 Prozent mehr Frische gebraucht. Aber wir müssen realistisch sein. Mit den sechs, sieben besten Teams in Europa können wir nicht mithalten", meinte Bayer-Manager Reiner Calmund, der die Hoffnung auf die nächste Runde aber noch nicht aufgegeben hat. "In dieser ausgeglichenen Gruppe gibt es erst vor dem letzten Spieltag einen Trend."

Vor dem Top-Duell in der Bundesliga am kommenden Sonntag gegen Borussia Dortmund und dem Spiel in London drei Tage später hat sich die Leverkusener Elf im derzeitigen Mammut-Programm immerhin ein kleines Erfolgserlebnis erspielt. "Das 1:1 ist wichtig für die Tabelle und unser Selbstbewusstsein", meinte Calmund, der dem Spitzenspiel gegen den BVB in der Meisterschaft entgegenfiebert. "Es ist für uns die größte Sehnsucht, die Meisterschale nach Leverkusen zu holen", betonte der Bayer-Manager.

Beim Tanz auf drei Hochzeiten ist die Belastungsgrenze für die Leverkusener Spieler längst erreicht. Knackpunkt in der Partie gegen London war die Verletzung von Kapitän Jens Nowotny, der sich nach einem Duell in der ersten Halbzeit mit Giovanni van Bronckhorst eine Bänderverletzung zuzog, aber erst nach einer Stunde ausgewechselt wurde. Toppmöller ging hohes Risiko, den Abwehrchef weiter spielen zu lassen. Bei der 1:0-Führung der Engländer durch Robert Pires (56.) ließ der gehandicapte Nowotny den Torschützen davon ziehen. "Vielleicht hat der letzte Schritt gefehlt. Aber er hat sich trotz der Schmerzen zur Verfügung gestellt und war bis dahin auch wieder der Turm in der Abwehr", meinte der Leverkusener Coach, der hofft, dass sein Kapitän bis Sonntag wieder an Bord ist.

Nach zuletzt sechs Auswärtsniederlagen in Folge war Arsenal-Coach Arsène Wenger, der in den letzten 20 Minuten wegen einer Gelb-Roten Karte auf Ray Parlour verzichten musste, mit dem ersten Punktgewinn auf deutschem Boden in einer Champions-League-Partie zufrieden. "Es war unser bestes Auswärtsspiel in dieser Saison. Das 1:1 ist ein gutes Ergebnis", sagte der französische Trainer der "Gunners". Mit dem Punktgewinn steigen die Viertelfinal-Chancen für die Engländer, die zwei der letzten drei Gruppenspiele vor eigenem Publikum austragen. "Es ist noch alles offen in der Gruppe. Die Mannschaften, die ihre Heimspiele gewinnen, werden wohl durchkommen", meinte der Elsässer.

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