Verdacht auf Insiderhandel
Gold-Zack in der Zange

Der Finanzdienstleister Gold-Zack steckt gleich zweifach in der Klemme. Er ist mit 45 Prozent größter Anteilseigner der angeschlagenen Gontard & Metallbank und darüber hinaus in das Visier von Ermittlungen der Finanzaufsicht geraten.

dpa FRANKFURT/M. Nach der gefälschten Übernahme-Ankündigung vom Freitag prüft die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin), ob es illegale Geschäfte (Insiderhandel) mit den Aktien von Gold-Zack gab. Und noch schlimmer: Sollte die Gontard-Bank untergehen, wird es das Eigenkapital des Emissionshauses aus Mettmann empfindlich treffen.

Sobald das Eigenkapital um mehr als die Hälfte wegbricht, muss ein Unternehmen eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Ist kein neuer Investor in Sicht, droht der Gang zum Insolvenzrichter. "Gontard und Gold-Zack sind typische Emporkömmlinge des Neuen Marktes - sie werden vermutlich mit ihm untergehen", ist sich Jörg Pluta von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ziemlich sicher.

Bereits 2001 stürzte Gold-Zack wegen umfassende Wertberichtigungen des Beteiligungsgeschäfts mit einem Minus von 207 Millionen Euro tief in die roten Zahlen - im Vorjahr gab es noch ein Plus von 99 Millionen Euro. Es werde derzeit fieberhaft mit Wirtschaftsprüfern, externen Beratern und potenziellen Investoren über die Zukunft verhandelt, hieß es am Dienstag.

Ehemaligem Strumpfband-Hersteller fehlt nun das Geschäft

Zusammen mit der Gontard-Bank brachte der ehemalige Strumpfband- Hersteller Gold-Zack in den Boom-Zeiten des Neuen-Marktes mehrere Unternehmen an das einstige Wachstumssegment der Börse. Zudem wirkte das Unternehmen als Risikokapitalgeber für New Economy-Firmen. Da nach dem Sturz der Börsen derzeit keine Aktienemissionen mehr in Sicht sind, fehlt Gold-Zack das Geschäft, um sich aus den Miesen zu retten.

"Es schaut überhaupt nicht gut aus", betont Markus Straub von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre. Es sei zu vermuten, dass die falsche Übernahme-Meldung vom Freitag von Zockern stammte, die schnell noch aus den Papieren mit Gewinn aussteigen wollten, bevor es noch schlimmer werde. "Solche Falschmeldungen werden allerdings anonym über irgendwelche Internetcafés verschickt - da haben die Behörden kaum eine Chance, den Verursacher zu finden." In den USA ging den Ermittlern in einem ähnlichen Fall ein Student in die Falle, der dafür unvorsichtigerweise seinen eigenen Computer benutzt hatte. Die Überprüfung seines Kontos überführte den jungen Mann endgültig.

Sollten die Ermittlungen des BAFin erfolgreich sein und die Absender der Meldung finden, kann das Gericht eine Freiheitsstrafe von maximal fünf Jahren oder eine Geldstrafe von höchstens 1,8 Mill. Euro verhängen. Am Tag der gefälschte Übernahme-Ankündigung war das Geschäft mit den Gold-Zack-Papieren sprunghaft gestiegen. Im Vergleich zum Dienstag war das Handelsvolumen mit 1,7 Mill. Euro fast neunmal so hoch. Die Aktie verlor bis Dienstagnachmittag 25 Prozent auf 0,54 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%