Verdacht auf Insiderhandel
Phenomedia-Insolvenzverfahren eröffnet

Beim Bochumer Moorhuhn-Erfinder Phenomedia ist am Donnerstag das Insolvenzverfahren eröffnet worden. "Ziel ist der Erhalt des Unternehmens", sagte Insolvenzverwalter Wulf-Gerd Joneleit.

HB/dpa BOCHUM. Unterdessen erhärtet sich nach Angaben von Ermittlern der Verdacht des Insiderhandels mit Phenomedia-Papieren. "Die Anhaltspunkte haben sich verdichtet", sagte die Sprecherin des Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin), Sabine Reimer in Frankfurt/Main. Die vorläufigen Ergebnisse seien an die Staatsanwaltschaft Bochum weitergeleitet worden.

Am 31. Oktober muss die Gläubigerversammlung über das Schicksal des Spieleentwicklers entscheiden. "Als Insolvenzverwalter werde ich die Fortführung des Unternehmens vorschlagen", sagte Joneleit nach Verhandlungen mit dem Gläubigerausschuss. Der Name und die Börsennotierung sollen erhalten bleiben. Zur Zeit sind noch 30 Beschäftigte fest angestellt. Marode Unternehmensteile werden derzeit verkauft oder liquidiert.

Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt gegen den ehemaligen Vorstandschef und den Finanzvorstand wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung. Die weitgehend geständigen Ex-Vorstände hätten bislang bestritten, die Fälschungen vorgenommen zu haben, um persönliche Vorteile daraus ziehen zu können.

Phenomedia war nach Bekanntwerden von Luftbuchungen in zweistelliger Millionenhöhe im April ins Trudeln geraten und hatte im Mai Insolvenz beantragt. Die Börsenaufsicht hatte ihre Untersuchungen eingeleitet, weil kurz vor Veröffentlichung der angeblich geschönten Bilanzen große Mengen der "Moorhuhn"-Aktie auf den Markt geworfen worden waren.

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