Verdacht auf Korruption bei Wuppertaler Oberbürgermeister
Porträt: Kremendahl der einstige Liebling

Hans Kremendahl (SPD) kämpft weiter um seine politische Zukunft. Erst kürzlich kündigte der vom Dienst suspendierte Wuppertaler Oberbürgermeister an, er wolle bei den 2004 anstehenden Kommunalwahlen erneut kandidieren.

ddp WUPPERTAL. Zunächst muss der 54-jährige Politiker vor Gericht seine Unschuld beweisen, die er stets beteuert hat. Seit Dienstag läuft sein Prozess vor der 6. Strafkammer des Landgerichts Wuppertal wegen des Verdachts auf Korruption.

Dabei hatte sich das Stadtoberhaupt den Kampf gegen die Korruption auf die Fahnen geschrieben, als er vor sechs Jahren sein Amt in der bergischen Metropole antrat: Als Kremendahl 1996 Oberbürgermeister der Stadt wurde, richtete er sogleich einen Anti-Korruptionsstab ein, um den Filz in der Stadtverwaltung zu durchleuchten.

Seit März steht er selbst unter Korruptionsverdacht: Mehr als 1 000 Seiten umfasst das Belastungsmaterial der Wuppertaler Staatsanwaltschaft gegen Kremendahl. Er soll vom Wülfrather Bauunternehmer Uwe Clees 1999 mit einer Wahlkampfspende von 250 000 Euro geschmiert worden sein und dafür Projekte des Unternehmers bevorzugt haben.

Für den Politologen wäre ein Schuldspruch wahrscheinlich das Ende einer mehr als 20-jährigen, überwiegend in Berlin absolvierten Laufbahn in der SPD. In die heutige Bundeshauptstadt verschlug es den gebürtigen Remscheider Kremendahl mit Beginn seines Studiums. Zunächst acht Jahre lang - von 1981 bis 1989 - war Kremendahl Mitglied der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus und betätigte sich zugleich als wissenschaftspolitischer Sprecher der Fraktion. In dieser Zeit war er vier Jahre auch Landesgeschäftsführer der Berliner SPD.

1989 stieg er zum Staatssekretär auf, zunächst für Wissenschaft und Forschung, dann für Stadtentwicklung, Umwelt und Technologie. Aus diesem Amt heraus wählten ihn die Wuppertaler mit viel Sympathievorschuss 1996 zum OB zurück in seine Heimat Bergisches Land. Er war der erste OB, der nach der 1994 reformierten Gemeindeordnung von den Bürgern direkt ins Amt gewählt wurde.

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