Verdacht der Bilanzschönung zurückgewiesen
Bankgesellschaft äußert sich zum Immobiliengeschäft

Die Bankgesellschaft Berlin will sich am Montag zu ihren in die Schlagzeilen geratenen Immobiliengeschäften äußern. Von "Spiegel-Online" veröffentlichten Unterlagen zufolge drohten dem Geldhaus Ende vergangenen Jahres Verluste von bis zu 1,5 Mrd. DM bei der Immobilientochter IBG. Das Institut bestätigte dies allerdings nicht.

Reuters BERLIN. Kritiker im Berliner Abgeordnetenhaus verdächtigen die mehrheitlich dem Land gehörenden Bank nun, sich von dem drohenden Verlust über eine Veräußerung der operativen Geschäfts der IBG "in einer Nacht und Nebel-Aktion" befreit zu haben. Die Bankgesellschaft Berlin wies den Verdacht der Bilanzschönung entschieden zurück. Vorstandschef Wolfgang Rupf kündigte nun an, sich der Presse zu "aktuellen Fragen" im Immobiliengeschäfte zu stellen.

Dem vom "Spiegel" veröffentlichten Papier vom November vergangenen Jahres zufolge drohte bei der Immobilien- und Baumanagementgesellschaft (IBG) ein negatives Ergebnis vor Steuern von rund 1,5 Mrd. DM bei knapp 500 Mill. DM an Eigenmitteln bei der Bankgesellschaft-Tochter. In einer Ad-hoc-Mitteilung verkündete der Bank-Konzern am 2. Januar die in dem angeblichen Vorstandspapier bereits angedachte Lösung: Das operative Immobiliendienstleistungsgeschäft wurde unter Aufnahme neuer Investoren in die Immobilien und Beteiligungen AG (IBAG) eingebracht. Der Erlös dient zur Abdeckung der Risiken, die bei der Bankgesellschaft verbleiben.

Probleme mit politischen Vorgaben

Die Probleme der auf die Region Berlin/Brandenburg konzentrierten Bank liegen Experten zufolge nicht nur in dem überaus schwierigen Immobilienmarkt, sondern auch an politischen Vorgaben: Die Politik, "der Platte eine Chance zu geben", ist richtig, erklärten vergangene Woche Sprecher der CDU in der aktuellen Stunde um die Vorgänge in der Bank im Abgeordnetenhaus.

Die Opposition kritisiert hier insbesondere die Vorgänge um die von CDU-Mitgliedern dominierte Baufirma Aubis, die für den Kauf von 16 000 sogenannten Plattenbauwohnungen hohe Kredite über die Bankgesellschaft-Tochter BerlinHyp, die wiederum vom CDU-Fraktionsvorsitzenden im Abgeordnetenhaus Klaus Landowsky geleitet wird, erhalten hat. Nach einer Schieflage bei der Aubis sprang die IBG in die Bresche. Der Grüne-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Wieland wirft Landowsky vor, durch leichtfertige Kreditvergabe ein Schneeballsystem aufgebaut zu haben, das jetzt zu Platzen drohe. Auch die in Berlin mitregierende SPD forderte eine rückhaltlose Aufklärung "ohne Rücksicht auf Personen". Landowsky wies die Anschuldigungen zurück.

Ursachen der Immobilienverluste unklar

Die Ursachen der Immobilienverluste - Finanzsenator und Aufsichtsratsmitglied Peter Kurth (CDU) bezifferte die Wertberichtigungen zwischen 1994 bis 1999 mit rund sieben Mrd. DM - liegen offenbar noch vor der Berufung von Rupf, der den Konzern sanieren soll. Da liegen jetzt immer noch fünf Mrd. DM an ausgegebenen Krediten, die man eigentlich lieber nicht in Büchern hätte, wird Rupf in Medienberichten zitiert.

Aufseher Kurth erklärte im Abgeordnetenhaus, heute sei weniger entscheidend, ob Kreditentscheidungen zu Beginn der 90er Jahre besser nicht getroffen worden wären, sondern ob die Bankgesellschaft jetzt für die Zukunft Vorsorge getroffen habe. Und hier seien zuletzt bedeutende Verbesserungen erzielt worden. Die Bankgesellschaft werde wie schon im Jahr 1999 auch für 2000 eine Dividende von 256 Mill. DM ausschütten, sagte Kurth, Berlin hält gut 56 % an dem Bankkonzern, der im wesentlichen die Berliner Bank, die Landesbank Berlin mit den Berliner Sparkassen sowie die BerlinHyp umfasst.

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