Verdacht der Preisabsprache
Kartellamt durchsucht 13 Versicherer

Das Bundeskartellamt hat heute bei 13 Versicherern in ganz Deutschland Durchsuchungen durchgeführt. Anlass ist der Verdacht, dass diese Versicherer Preisabsprachen für Industrie- und Gewerbekunden für Sach- und Haftpflichtpolicen vorgenommen haben, bestätigte ein Sprecher des Kartellsamts dem Handelsblatt.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. Sprecher der Versicherer Allianz, Gerling, Axa, Gothaer, Rheinische Provinzial und Westfälische Provinzial bestätigten dem Handelsblatt, dass in ihren Häusern die Kriminalpolizei Durchsuchungen vorgenommen hat. Ein Sprecher der Allianz wollte zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen, und verwies auf das schwebende Verfahren. Ein Sprecher vom Gerling-Konzern wies die Vorwürfe zurück, ebenso wie Sprecher der beiden Provinzial Versicherer.

Der extreme Verdrängungswettbewerb der vergangenen Jahre in der Industrieversicherung habe bei allen Unternehmen der Branche zu tiefroten Zahlen geführt, erklärte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) laut Agentur-Meldungen. Alle Industrieversicherer hätten sich Druck von Seiten des Kapitalmarkts sowie ihrer Aktionäre ausgesetzt gesehen. Daher seien die Prämien für industrielle Risiken in jüngster Zeit gestiegen. Gegen den Verdacht von Absprachen spreche auch die internationale Ausrichtung des Geschäfts. Auch bei ausländischen Versicherern seien zur Zeit keine günstigeren Prämien erhältlich.

Kartellamtspräsident Ulf Böge betonte, die Behörde sei nicht bereit, Kartelle hinzunehmen. Sie schadeten den Verbrauchern und der Volkswirtschaft erheblich. "Kartelle sind keine Kavaliersdelikte." Zuletzt kamen die Wettbewerbshüter verbotenen Preisabsprachen im Papiergroßhandel auf die Spur. Erst vor drei Wochen waren rund 30 Zementfirmen durchsucht worden, die im Verdacht stehen, Preis- und Quotenabsprachen getroffen zu haben. Das Kartellamt hatte im März eine eigene Sonderkommission Kartellbekämpfung (SKK) gebildet.

Lesen Sie ab 19 Uhr den ausführlichen Bericht mit weiteren Details zur Versicherungs-Affäre.

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