Verdacht des Insiderhandels
Bundesaufsichtsamt empfiehlt EM.TV-Untersuchung

Das Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel ( BAWe ) hat die Untersuchung von möglichen Insider-Geschäften im Vorfeld der Gewinnwarnung der Münchener EM.TV & Merchandising AG empfohlen. Nach Angaben eines Sprechers ist die erste Analyse der Kursbewegung der EM.TV-Aktien abgeschlossen. Eine endgültige Entscheidung über die Einleitung von Ermittlungen sei noch nicht getroffen. In der Regel ziehe eine solche Empfehlung aber auch eine tatsächliche Untersuchung nach sich, die im nächsten Jahr beginnen könne, sagte er.

Reuters FRANKFURT/MÜNCHEN. Ein EM.TV-Sprecher sagte am Freitag auf Anfrage, das Unternehmen sichere der Aufsichtsbehörde wie schon der Münchener Staatsanwaltschaft volle Kooperation zu. "Ich will den Ermittlungen nicht vorgreifen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass da irgendetwas zu finden ist", fügte er hinzu.

Die Münchener Staatsanwaltschaft ermittelt bereits gegen EM.TV-Vorstandschef Thomas Haffa, seinen Bruder Florian und andere Verantwortliche bei dem Filmrechtshändler wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Aktiengesetz durch falsche Angaben über die Unternehmenslage und Insiderhandel.

EM.TV hatte Anfang Dezember seine Gewinnprognosen für 2000 drastisch nach unten korrigiert. Spekulationen über eine bevorstehende Gewinnwarnung und finanzielle Schwierigkeiten hatten den Aktienkurs aber schon in den Tagen zuvor auf Jahrestiefststände fallen lassen. Im Dezember hatte zudem die Kirch-Gruppe[KRCH.UL] ihren Einstieg bei EM.TV mit einer Beteiligung von 16,74 %, den Stimmrechten nach aber mit einer Sperrminorität von 25 %, angekündigt.

Gewinnabgaben

Die am Neuen Markt gehandelte EMTV-Aktie gab nach der Mitteilung des Aufsichtsamts am Freitag einen Teil ihrer Gewinne wieder ab und notierte am Mittag mit 5,90 Euro noch rund zwei Prozent über ihrem Vortagsschluss. Vor der Mitteilung hatten die Titel für 6,10 Euro den Besitzer gewechselt. Die Aktie hat in den vergangenen Wochen im Zuge der Gewinnwarnungen einen Großteil ihres Wertes verloren. Im März hatten die Titel noch für 120 Euro den Besitzer gewechselt. Der seitdem einsetzende Kursverlust ist allerdings zum Teil auch auf eine weltweite Schwäche von Aktien von Unternehmen aus der Medienbranche zurückzuführen.

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