Verdi nicht grundsätzlich gegen Umstrukturierung
Verdi hält ersten Streik in der Bundeswehr für möglich

Im Fall eines Scheiterns der Tarifverhandlungen über die Zukunft der zivilen Bundeswehrangehörigen hält die Gewerkschaft Verdi den ersten Arbeitskampf in der Bundeswehr für möglich.

dpa-afx MAINZ. Zunächst gebe es im Fall von erfolglosen Verhandlungen "eine zweite Warnstreikwelle, die viel massiver sein wird als die erste", sagte der stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiter Dietmar Muscheid am Montag in Mainz in einem Gespräch. Führe auch dieser Protest nicht zum Erfolg, sei ein "wirklicher Arbeitskampf" denkbar.

Die Tarifverhandlungen laufen bundesweit bereits seit vergangenen Oktober. In Rheinland-Pfalz und anderen Bundesländern war es am Montag zu zahlreichen Warnstreiks gekommen, um vor der am Dienstag (15. Mai) in Frankfurt geplanten neuen Verhandlungsrunde Druck auszuüben. Nach Gewerkschaftsangaben sollen in den kommenden Jahren bundesweit bis zu 80 000 zivile Stellen in der Bundeswehr abgebaut werden.

Muscheid betonte, die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sei nicht grundsätzlich gegen die von Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) geplante Umstrukturierung der Bundeswehr. Doch müsste die Zahl der wegfallenden Arbeitsplätze so gering wie möglich gehalten werden, zumal viele dieser Stellen in strukturschwachen Regionen angesiedelt seien. Auch eine ausreichende soziale Abfederung sei wichtig. In Rheinland-Pfalz werden nach Worten des Gewerkschafters rund 2 700 zivile Beschäftigte von Standortschließungen und-verkleinerungen betroffen sein.

Weniger bekannt sei, dass die 1999 beschlossene engere Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Privatwirtschaft nach Gewerkschaftsschätzung in Rheinland-Pfalz rund 4 000 Stellen kosten werde. "Da drückt uns noch mehr der Schuh", sagte Muscheid. Die Bundeswehr könne inzwischen große Aufgaben an Unternehmen vergeben, die die damit verbundene Personalübernahme nur für ein Jahr garantieren müssten. "Was danach mit den Leuten geschieht, wissen wir nicht", ergänzte der Gewerkschafter.

141556 Mai 01

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