"Verdienste um die Popmusik"
Mick Jagger wird von Queen geadelt

Mick Jagger (58) wird von Königin Elizabeth II. (76) wegen seiner "Verdienste um die Popmusik" zum Ritter geschlagen.

dpa LONDON. Der Rock-Veteran, der sich künftig "Sir" nennen darf, zeigte sich "glücklich und hocherfreut" über die Ehrung. Jaggers jüngerer Bruder, Chris (51), verteidigte den Rolling Stone am Sonntag gegen Vorwürfe, er habe die Auszeichnung nicht verdient. "Er ist kein Heiliger. Aber wenigstens wissen wir alle, dass er seine Fehler hat."

Wann Jagger zur Verleihungszeremonie in den Buckingham-Palast geladen wird, steht noch nicht fest. Der Rocker, der im nächsten Monat 59 Jahre alt wird, bereitet sich zur Zeit auf seine nächste Konzert-Tournee im September vor.

"Keine Ehrung ist idiotensicher", sagte Bruder Chris. Im Vergleich mit den eher angepassten Stars Paul McCartney, Elton John und Cliff Richard bleibe sein Bruder Mick auch heute noch "ein Monster." Die drei Größen der britischen Popszene waren schon vor Jahren von der Queen mit dem Titel "Sir" geehrt worden.

"Ich werde mich deswegen nicht ändern und schon gar nicht zur Ruhe setzen", sagte Jagger nach Bekanntgabe der Ehrung am Samstag. "Sie ist eine große Anerkennung für das, was die Band über die Jahre hinweg erreicht hat." Er freue sich auf die US-Tournee mit seinem "Kindheitsfreund" Keith Richards.

Unverstaubtes System

Die Verleihung des Adelstitels an Jagger zeigt nach Ansicht der "Times", dass das System der Ehrenauszeichnungen "lange nicht mehr so verstaubt ist, wie es einmal war."

Zu Zeitungsberichten, wonach seine Vorliebe für "Drogen, Sex und Rock'n'Roll" den Ritterschlag bisher verhindert habe, sagte Jagger: "Ich bin sehr glücklich über die Ehrung. Ob ich sie verdient habe oder nicht, ist nicht meine Sache." Seine Kinder hätten die Erhebung in den Adelsstand "lustig" gefunden. Der vier Jahre alte Gabriel, das jüngste Kind aus Jaggers Ehe mit dem Fotomodel Jerry Hall, habe in der Schule erzählt, sein Vater müsse nun immer in Ritterrüstung herumlaufen.

Die Ehrung war in Teilen der britischen Presse scharf angegriffen worden. Rolling-Stones-Biograf Philip Norman kritisierte, Jagger habe "nie auch nur irgendetwas für dieses Land getan". Er könne sich nicht benehmen und sei nur aufs Geld aus: "Als er einmal Prinz Charles vorgestellt wurde, blieb er mit einer Hand in der Hosentasche stehen."

"System endgültig tot"

Die konservative Zeitung "Daily Mail" kommentierte: "Hier haben wir ein gutes Beispiel dafür, wie das System der Ehrenauszeichnungen von der Regierung von Tony Blair entstellt worden ist. Mit dieser Auszeichnung für Mick Jagger ist das System endgültig tot." Der Rockstar sei kein geeignetes Vorbild: "Sieben Kinder von vier Frauen und ständige Flirts machen ihn zu einem ungeeigneten Rollenmodell."

Ebenfalls mit dem Ritterschlag geehrt werden der ehemalige englische Fußball-Nationaltrainer Bobby Robson, der Theaterregisseur Trevor Nunn und der Künstler Peter Blake.

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