Verdienter Applaus
Ballsportler gut im Rennen

Die Handballer spielen brillant. Die Hockey-Teams sind stark wie nie und die Volleyballerinnen spielen super. Alle sind aus dem Häuschen. Nach den letzten Olympischen Spielen sind alle erstaunt, waren es doch gerade die Ballsport-Teams, die enttäuschten. Ganz anders in Athen.

HB ATHEN. Die auf Gold programmierten Europameister von Trainer Heiner Brand starteten mit einem souveränen 28:18 gegen die euphorischen Griechen ins Handball-Turnier, ihre Hockey-Kollegen legten am Sonntag einen 2:1-Auftakterfolg gegen Rekord-Weltmeister Pakistan nach. Den "Power-Frauen" gelangen Paukenschläge. In einem Fünf-Satz-Krimi verwandelten die Volleyballerinnen gegen den dreimaligen Olympiasieger Kuba einen 0:2-Satzrückstand noch in einen 3:2-Sieg. Den Hockey-Damen gelang ein ähnlicher Coup beim 2:1 gegen Australien, den Goldmedaillen-Gewinner von 1996 und 2000.

Seit Barcelona 1992, als die Hockey-Teams mit Gold (Herren) und Silber (Damen) auftrumpften, war mit deutschen Ballkünstlern in den Mannschafts-Sportarten bei Sommerspielen nicht mehr viel los. Nach keiner Medaille in Atlanta 1996 verhinderten nur die Fußball-Frauen vor vier Jahren in Sydney mit Bronze eine weitere "Nullnummer". In Athen sind die Weltmeisterinnen, die mit dem 8:0 im ersten Spiel gegen China für einen olympischen Rekordsieg sorgten und bereits das Viertelfinale erreicht haben, neben den Handballern heißer Gold-Tipp.

Björn Emmerling (8.) und Björn Michel (30.) sorgten mit ihren Treffern dafür, dass auch die Hockey-Herren einen Start nach Maß erwischten. Allerdings musste der Welt- und Europameister, der zur Pause mit 2:0 geführt hatte, nach dem Anschlusstreffer von Butt (43.) noch einmal gehörig um den Sieg zittern. Die Renaissance der Ballsportarten hätte sogar noch mehr Aussicht auf Erfolg gehabt, wenn die Basketballer um Superstar Dirk Nowitzki nicht im letzten Jahr bei der EM das Olympia-Ticket völlig überraschend verspielt hätten.

"Dieser Sieg ist ein großer Tag für den deutschen Frauen- Volleyball. Wir werden ihn genießen, denn gegen diese Mannschaft gewinnt man nicht jeden Tag", sagte ein strahlender Bundestrainer Hee Wan Lee. Seine Spielerinnen freuten sich überschwänglich nach dem Kraftakt in fünf Sätzen, der sich in nüchternen Zahlen so las: 20:25, 24:26, 25:22, 25:15, 17:15. Mannschaftsführerin Angelina Grün, die nach zwei Stunden mit einem Ass den vierten Matchball verwandelte, sprach von einem "befreienden Spiel", warnte aber vor zu großer Euphorie: "Noch ist die nächste Runde nicht erreicht."

Auch die Hockey-Kolleginnen rissen einen Olympiasieger zunächst einmal aus allen Träumen. Nach Toren von Nadine Ernsting-Krienke und Silke Müller besiegten die DHB-Damen Australien mit 2:1. Beim letzten Medaillengewinn 1992 wurde das Team vom Fünften Kontinent ebenfalls in der Vorrunde bezwungen - ein gutes Omen. "Träumen ist erlaubt, aber ich habe bewusst nicht gesagt, dass das Halbfinale Pflicht ist", sagte Bundestrainer Markus Weise. Dank einer taktisch erstaunlich reifen Leistung gelang es dem verjüngten Team, dem in Atlanta und Sydney triumphierenden Gegner Paroli zu bieten. "Immerhin haben wir jetzt schon einen Skalp am Gürtel hängen", sagte Weise zufrieden.

Bundespräsident Horst Köhler und Werbestar Verona Feldbusch waren als prominente Fans begeistert, wie souverän die Handballer in ihre "Mission Gold" starteten. Der Europameister fegte die euphorischen Griechen mit 28:18 (15:8) vom Parkett und fühlt sich bereit für weitere Großtaten. "Wir wollen ins Finale, wir wollen Gold. Wenn wir so weiter machen, können wir das schaffen", verkündete Christian Schwarzer, der wie sein Lemgoer Teamkollege Florian Kehrmann sechs Treffer erzielte und damit erfolgreichster Torschütze war.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%