Verdopplung der Pflanzenschutzaktivitäten
Bayer schließt verspätete Übernahme von Crop-Science nicht aus

Der Bayer-Chemiekonzern schließt einen verspäteten Abschluss der Übernahme der Pflanzenschutzsparte von Aventis und Schering nicht aus.

Reuters FRANKFURT. "Wenn das um ein paar Tage aufgeschoben würde, hätte das keine grundsätzliche Bedeutung", sahte Bayer-Sprecher Günter Forneck am Sonntag. Bayer habe allerdings keine Signale, dass der Kauf nicht wie geplant bis Ende kommender Woche abgeschlossen werde. Derzeit sei nicht zu sagen, ob es einige zusätzliche Tage oder Wochen dauern könnte, sagte Forneck.

Die "Financial Times Deutschland" meldete unterdessen vorab aus einem Interview mit Schering-Finanzvorstand Klaus Pohle, der Verkauf werde im September "sicherlich noch nicht" abgeschlossen sein. "Ob es in der ersten Oktober-Woche noch passieren kann, weiß ich nicht." Das Blatt zitierte Pohle ferner indirekt, dass nicht das Geschäft insgesamt in Frage stehe, sondern es um rechtliche Details gehe, mit denen Schering nichts zu tun habe.

Schering hält 24 % an Crop-Science, die französisch-deutsche Pharmagruppe Aventis 76 %. Bayer hatte am Donnerstag erklärt, der Konzern werde keine Risiken übernehmen, die mit Schadenersatzprozessen im Zusammenhang mit dem genetisch modifizierten Mais zusammenhängen, den Crop-Science unter dem Namen Starlink produziert. Spuren von Starlink waren angeblich unter anderen in Chips gefunden worden, obwohl der Mais nicht für menschlischen Konsum gedacht ist. Bereits Ende Juli hatten Branchenkreise die Summe, die Bayer für Crop-Science bezahlt, auf rund 7,25 Mrd. ? beziffert, Schulden der Pflanzenschutzsparte eingeschlossen. Der Termin Ende September wurde für den Abschluss des Geschäfts wiederholt von Bayer genannt.

Crop-Science würde Bayers Pflanzenschutzaktivitäten mehr als verdoppeln. Bayer ist der zweitgrößte Chemiekonzern Europas. Nach Pohles Angaben in dem Interview stünden Schering nach dem Crop-Science-Verkauf 1,5 bis 2 Mrd. ? für Akquisitionen zur Verfügung. Der Finanzchef bekräftigte der Zeitung zufolge trotz der Anschläge in den USA ferner die Prognose von Ende Juli für das Gesamtjahr, die eine 20-prozentige Gewinnsteigerung auf mehr als 400 Mill. ? vorsieht. "Natürlich fühle ich mich mit den Vorhersagen heute etwas unsicherer. Aber wir haben keine Anzeichen für einen Einbruch", sagte Pohle der Zeitung zufolge.

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